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Fortsetzung der Rundreise im Jahr 2020 - Schwarzmeerregion, Zentral-, Ost-, Südostanatolien und Mittelmeerregion

Kurz-Übersicht - Reisebericht Rundreise - Türkei 2020 Teil 48 bis Teil 69

Rundreise Teil 48: Reisebericht Pécs Edirne (Pécs, Edirne)
Rundreise Teil 49: Reisebericht Prusa Düzce (Düzce, Konuralp, Prusias ad Hypium Antik Kenti)
Rundreise Teil 50: Reisebericht Gerede Zonguldak (Bolu, Gerede, Zonguldak, Ereğli)
Rundreise Teil 51: Reisebericht Safranbolu (Filyos Ancient Tieion Tiyatro, Incekaya Su Kemeri, Safranbolu)
Rundreise Teil 52: Reisebericht Hadrianapolis (Hadrianapolis, Kastamonu)
Rundreise Teil 53: Reisebericht Kastamonu (Kastamonu)
Rundreise Teil 54: Reisebericht Pompeiopolis (Pompeiopolis, )
Rundreise Teil 55: Reisebericht Çorum - Amasya (Eskiyapar Höyük, Şapinuva Ören Yeri, Oluz Höyük,) Horoztepe, Erbaa
Rundreise Teil 56: Reisebericht Ordu Giresun (Terme, Gölköy Kalesi, Şebinkarahisar)
Rundreise Teil 57: Reisebericht Sümela Manastırı (Sümela Manastırı, Imera manastırı)
Rundreise Teil 58: Reisebericht Giresun Sivas (Şebinkarahisar, Satala Antik Su Kemerleri)
Rundreise Teil 59: Reisebericht Sivas (Sivas)
Rundreise Teil 60: Reisebericht Sarissa - Divriği (Kayalıpınar Höyük, Sarissa Antik Kenti, Divriği)
Rundreise Teil 61: Reisebericht Darende (Divriği, Gürün, Arslantaş, Darende)
Rundreise Teil 62: Reisebericht Malatya Kaniš Kültepe (Arslantaş, Ağırnas, Kaniš/Kültepe, Kayseri)
Rundreise Teil 63: Reisebericht Kayseri (Kayseri)
Rundreise Teil 64: Reisebericht Elbistan (Kayseri Arkeoloji Müzesi, Kız Oğlan Kayası, Elbistan)
Rundreise Teil 65: Reisebericht Kahramanmaraş (Germenicia Ancient City, Kahramanmaraş)
Rundreise Teil 66: Reisebericht Hatay (Zincirli Höyük, Tilmen Höyük, Tell Acarhöyük, Cüdeyde Höyüğü, Tell Açana Alallah, Tainat Ören Yeri)
Rundreise Teil 67: Reisebericht Antiochia am Orontes (Al Mina, Sabuniye Höyük, Daphne Tiyatro)
Rundreise Teil 68: Reisebericht Daphne Seleucia Pieria (Samandağ)
Rundreise Teil 69: Reisebericht Epiphaneia (Samandağ, Belen, Epiphaneia, Bolu)

Koordinatenliste der Rundreise Türkei 2020


Rundreise Teil 60: Reisebericht Sarissa - Divriği

14. Tag - Samstag, 15.08.2020

Weiterfahrt von Sivas nach Divriği über Sarissa in Zentralanatolien / İç Anadolu Bölgesi (Route 350 km, 5 Stunden Fahrt)
Zincirli Minare Cami, Sivas

Die heutige Fahrtroute war nicht all so umfangreich, dass es eigentlich ein ganz entspannter Tag werden sollte - es kam jedoch ganz anders als ursprünglich geplant. Dazu aber später mehr. Als erste Ziele waren die beiden historischen Brücken an zwei Stadtausgängen von Sivas über den Fluss Kızılırmak (Halys). Dabei passierten wir als Erstes die Zincirli Minare Camii, die unweit des Hotels sich auf der linken Seite in Fahrtrichtung stand.

Zincirli Minare Cami

Die Zincirli Minare Camii wurde von Sheikh Hacı Muhammed Sadi in Hijri 1155 (1742 n. Chr.) erbaut. An der Südwand der Moschee befinden sich zwei Gräber. Eines der Gräber, welches von Eisengitter umgeben ist, gehört Sheikh Hacı Muhammed Sadi, der die Moschee errichten ließ.

Die Holzdecke und das Satteldach sowie die Hauptwände sind abgedeckt. Neben der nordwestlichen Ecke der Moschee befindet sich ein Baumstumpf (kurz) und ein Minarett aus geschnittenem Stein.

Der Innenraum wurde mit drei oberen Reihen in Westrichtung, drei oberen Reihen in Südrichtung und zwei unteren Fensterreihen beleuchtet, die sich im Norden zum Narthex hin öffneten. Die Fenster der oberen Reihe in Süd- und Westrichtung sind innen breit, außen schmal und rechteckig gerahmt. Eine tiefe, kreisförmig geschnittene Mihrab-Nische wird von profilierten Säulenmotiven an den äußeren Seitenecken begrenzt. Das Kavsarası (Steinkreuzung) hat zwei Knöchel und wird oben allmählich schmaler. Die Knöchelkanten bestehen aus Gipsmaterial und Blumenmotiven. In der nordwestlichen Ecke der Moschee wurde das Minarett, das sich neben dem letzten Versammlungsort erhebt, aus geschnittenem Stein gebaut.

Tarihi Eğri Köprü, Sivas

Tarihi Eğri Köprü (Krumme Brücke)

In der Antike ermöglichte die Steinbogenbrücke über den Fluss Kızılırmak (Halys) Tarihi Eğri Köprü an der Seidenstraße bis vor wenigen Jahren die Verbindung von Sivas zur Straße nach der Stadt Malatya auf dem Weg nach Syrien, Mesopotamien und Südostanatolien.

Die osmanischen Brücke besteht aus 18 steinernen Spitzbögen und ist insgesamt etwa bei den ersten 12 Bögen 120 m und den restlichen sechs Bögen 60 m lang und 4,55 m breit. Im mittleren Bereich hat sie nach 2/3 der Länge einen markanten Knick gegen die Strömung. Ein Grund für den Bau einer Brücke mit einem konvexen Winkel zur Strömumgsrichtung des Flusses möglicherweise darin bestand, dem Eisdruck im Winter zu widerstehen.

Alle Bögen sind spitz und die meisten haben die gleiche Breite, mit Ausnahme von drei besonders breiten. Die vorgelagerten Pfeiler haben alle Steinabschnitte. Die Brüstung hat außen ein dickes Formteil und ist mit Löchern versehen, damit Wasser von der Fahrbahn abfließen kann.

Tarihi Eğri Köprü, Sivas

Sinclair entdeckt beim Bau der aktuellen Brücke Spolien (wiederverwendetes Mauerwerk) aus der klassischen und anatolischen Seldschukenzeit. Er interpretiert dies als wahrscheinlich, um darauf hinzuweisen, dass die ursprüngliche Brücke von den Seldschuken gebaut wurde und Material aus einem früheren Gebäude der klassischen Ära enthielt. Die aktuelle Brücke wurde dann unter Verwendung von Material von der seldschukischen Brücke wieder aufgebaut. Angenommen, die Brücke wurde von den Seldschuken gebaut, was einen Zeitraum von 69 Jahren zwischen der Eroberung von Sivas durch den seldschukischen Sultan Kilij Arslan II. im Jahr 1174 und der Eroberung der Stadt durch den mongolischen Kommandeur der Ilkhaniden, Baiju, nach dem Schlacht von Köse Dağ am 26. Juni 1243.

Tarihi Kesik Köprü, Sivas

Es ist bekannt, dass die Brücke 1585 während der Regierungszeit von Sultan Murad III repariert wurde. In einem Bauinventar des Sivas Congress and Ethnography Museum wird auch festgestellt, dass die Brücke in Hijri 1217 (1802/1803 n. Chr.) repariert wurde. Andere Aufzeichnungen weisen auf Reparaturen im 19. Jahrhundert unter der Schirmherrschaft von Sivas Gouverneur Halil Rifat Pasha und at hin die Richtung der Agha von Kangal, Abdurrahman Pasha. Halil Rifat Pasha war von 1882 bis 1885 Vali von Sivas.

Das türkische Ministerium für Kultur und Tourismus hat die Brücke im Jahr 1983 in sein nationales Inventar des kulturellen Erbes aufgenommen. Sie wurde im Jahr 2006 restauriert, wodurch der Stein ungewöhnlich blass erscheint.Seit dem Bau einer modernen Straßenbrücke etwa 50 m stromaufwärts ist diese nur noch für den Fußgängerverkehr geöffnet.

Tarihi Kesik Köprü

Tarihi Kesik Köprü, Sivas

 

 

 

Die Brücke Tarihi Kesik Köprü, die über den Fluss Kızılırmak an der alten Straße Sivas-Kayseri errichtet wurde, besteht aus zwei Teilen, wobei die erste Brücke aus 17 runden und spitzen Bögen besteht. Der zweite Teil ist ca. 10 m entfernt und besteht aus zwei Rundbogenaugen. Der zweite Teil ist die Fortsetzung der ersten Brücke, obwohl kein Wasser darunter fließt.

Tarihi Kesik Köprü, Sivas

Von der stromaufwärtigen Seite haben die Bogenbeine einen dreieckigen äußeren vorspringenden Selyaran. Sie hat zwei Handläufe aus geschnittenen Blöcken am Gesims. Die in der Mitte aufsteigenden Augen sinken weiter zu den Seiten ab und verschmelzen an den Enden mit dem Straßenniveau. Die gesamte Länge der Brücke beträgt 326,35 m und ihre Breite 4,95 m. Die größte Bogenspanne beträgt 7,90 m. Die gesamte Brücke wurde mit geschnittenen Steinen gebaut. In stromabwärtiger Richtung gibt es keine Absätze.

Tarihi Kesik Köprü, Sivas


Es gibt keine Inschrift aus der Bauzeit. Aus schriftlichen Quellen geht jedoch hervor, dass sie der seldschukischen Zeit zuzuordnen ist. Aus der Reparaturinschrift geht hervor, dass die Brücke zur Zeit von Sultan Abdulaziz in Hijri 1292 (1875 n. Chr.) repariert wurde.

Bei dieser Reparatur wurden auch Sivas Şahna Dome-Steine ​​verwendet, die zu Beginn des XX. Jahrhunderts abgerissen und einige der Steine ​​in die Gök Madrasa überführt wurden.

Die Brücke, die damals noch für den Fahrzeugverkehr geöffnet war, wurde nach der Restaurierung nur noch für den Fußgängerverkehr geöffnet.

Melonenverkauf an Tarihi Kesik Köprü, Sivas

 

 

Gleich neben der Brücke war ein Verkaufswagen mit mehreren Sorten von Melonen. Leider war uns die Größe als Reiseproviant etwas zu viel und setzten die Fahrt fort.

Shell-Tankstelle an der D300 / E80, Sivas

 

 

 

 

 

 

 

 

Nach der Besichtigung der Brücke setzten wir unsere Fahrt auf der D200 / E80 in westlicher Richtung (Yıldızeli) fort. Da wir zeitnah tanken mussten und nur Premium-Diesel tanken, kam uns die am Ortsausgang befindliche Shell-Tankstelle recht. Hier waren sie erfreut, eine so weit reisende deutsche Familie zu sehen, die auch noch so intensiv die Türkei bereist wie kaum ein türkischer Bürger selbst.

Als wir nach dem Tanken nach der Waschanlage fragten, kam sofort die Antwort: "Kein Problem - bitte folgen". Wir brauchten nichts zu machen - das Auto wurde von einem Mitarbeiter in hervorragender Qualität gewaschen - vielen herzlichen Dank für den ausgezeichneten Service.

Šamuḫa Antik Kenti, Kayalıpınar

Nach etwas über 23 Kilometer verließen wir die D200 und folgten nun der D851 in südwestlicher Richtung, deren mehrspuriger Ausbau mittlerweise abgeschlossen ist. Es gab nur ein kleines Teilstück, wo noch Verkehrseinschränkungen vorhanden waren.

Nach 21 Kilometer war der ausgeschilderte Abzweig nach Kayalıpınar. Uns verwunderte zwar, dass hier die zusätzliche Beschriftung mit Ausgrabungs­gebiet (Kazi Alani) Šamuḫa Antik Kenti unter Kayalıpınar, was ich nicht recherchiert hatte. Wir waren uns nicht schlüssig, ob es eine oder eine weitere Ausgrabungsstelle handelt. Die Ausschilderung gab aber keinen weiteren Hinweis dazu und beliesen es dabei. Mittlerweile wissen wir, dass selbst die Archäologen vermuten, dass sich Beide um die gleiche historische Stätte handeln könnte. Deswegen beschreibe ich folgend beide Internetrecherchen. Wie bereits im Bericht von gestern beschrieben, hatten wir keine Vorbereitungs­zeit, die heutige Reise ausführlich vorzubereiten und die einzelnen Ziele bereits zu recherchieren und in den Reiseunterlagen mitzuführen.

Gegen 10:20 Uhr waren wir an der Ausschilderung "Ören yerine Gider" - Weg zu den Ruinen. Erst im Nachgang hätten wir etwa 500 Meter vorher den Weg nach rechts abbiegen sollen um zu sehhen, ob sich dieser Ort ebenfalls zu der Aus­grabungsstätte gehört. Das Luftbild von 2020 war eigentlich vielversprechend und lies durchaus Strukturen erkennen.

Šamuḫa Antik Kenti, Kayalıpınar

Šamuḫa Antik Kenti, Kayalıpınar

Die Šamuḫa Antik Kenti bei Kayalıpınar ist ein archäologischer Fundort in Zentralanatolien, ca. 1 km nordöstlich des gleichnamigen Dorfes im Landkreis Yıldızeli in der türkischen Provinz Sivas gelegen. Der Siedlungshügel war von der frühen Bronzezeit bis in die frühchristlich-römische Zeit bewohnt.

Kayalıpınar liegt wenige hundert Meter vom heutigen wie einstigen Bett des Flusses Kızılırmak (gr. Halys, heth. Maraššantija) entfernt. Der Fluss ist heute nur noch mit Kleinbooten schiffbar, doch für das 2. Jahrhundert v. Chr., als größere Teile Anatoliens bewaldet waren, ist ein höherer Pegelstand anzunehmen.

T. Ökse sprach erstmals von einer ausgedehnten hethitischen Stadtruine. Nachdem 1999 auf der Geländeoberfläche ein erstes Tontafelfragment entdeckt wurde, konnten 2002 und 2003 mithilfe großflächiger geophysikalischer Prospektionen die Ausdehnung und Grundstrukturen der hethitischen Stadtruine erfasst werden. 2005 begannen Ausgrabungen durch das Vorgeschichtliche Seminar der Universität Marburg unter der Leitung von Andreas Müller-Karpe und Vuslat Müller-Karpe. Mehrere hethitische Bauten wurden bislang freigelegt. Die Arbeiten in den Gebäuden A – C konnten mittlerweile abgeschlossen werden. Die aktuellen Ausgrabungen betreffen in erster Linie Gebäude D, in dem 2013 u. a. ein Tontafelfragment des 13. Jahrhunderts v. Chr. entdeckt wurde.

Gebäude A wurde in Schicht 3 auf aus Schicht 4 stammenden Grundmauern an der südlichen Hangkante des Südost-Hügels errichtet, hat einen 43 × 20 m großen, nicht ganz rechtwinkligen Grundriss mit 18 EG-Räumen mit einem Eingang. Für einen hethitischen Wirtschafts- oder Wohnbau ist Gebäude A zu groß und zu aufwändig geschmückt (man sehe den Türlaibungsstein sowie weitere, aufgrund von Bruchstücken vermutete ebenbürtige Reliefblöcke). Es muss also ein Sakralbau oder ein Palast sein. Doch verglichen mit Tempelbauten in Hattuša und Šarišša kommt ein Heiligtum eher nicht in Frage. Es wird deshalb eine Herrscherresidenz vermutet. Im zentralen Bereich sind die etwas dickeren Schicht-4-Mauern von den dünneren Schicht-3-Mauern zu unterscheiden. Generell sind die Mauern um die zwei Meter dick, außer im (wohl Bediensteten vorbehaltenen) Westflügel. Dort dürfte Raum 4, der kleinste und schmalste aller, als Bedienstetenaufgang genutzt worden sein. Gebäude B steht nordöstlich davon, rechtwinklig zu A. Es ist annähernd rechteckig und hat eine Grundfläche von etwa 18 × 35,6 Metern. Es besteht aus 20 Räumen und war zweigeschossig.

Šamuḫa Antik Kenti, Kayalıpınar

Der bedeutendste Fund war in Gebäude A ein Türlaibungsstein aus weißem Kalkstein. Links oben und auf der echten Seite sind große Teile abgebrochen. Der Stein ist mit einem Relief geschmückt. Dieses stellt eine sitzende Gottheit dar. Sie sitzt auf einem einfachen Schemel mit Löwenpranken als Füßen. Ob eine Lehne vorhanden war, ist wegen der Beschädigung nicht mehr feststellbar. Die Gestalt trägt eine runde Kappe, an der Ansätze von Hörnern erkennbar sind, was sie als Gott ausweist. Über der Kappe befand sich wahrscheinlich ein nur noch in Spuren erhaltenes Tuch, was auf eine weibliche Gottheit hinweist. Das gut erhaltene Gesicht zeigt ebenfalls weibliche Züge. In der rechten, zum Mund geführten Hand hält sie eine Trinkschale, auf der rechten sitzt ein Vogel, von dem nur noch der zum Körper weisende Schwanz erhalten ist. Von den vermutlich früher darüber vorhandenen Hieroglyphen, die Aufschluss über die Identität der Person geben könnten, sind keine Spuren erhalten. Rechts von den mit Schnabelschuhen bekleideten Füßen ist die Spitze eines weiteren Fußes zu sehen. Demnach stand der Gottheit wahrscheinlich eine Person gegenüber. Nach Vergleichen mit anderen Darstellungen handelte es sich hier wohl um einen der Gottheit opfernden oder sie anbetenden Herrscher. Im Areal gefundene Bruchstücke des gleichen Kalksteins geben Anlass zur Vermutung, dass die gesamte Sockelzone des Gebäudes mit ähnlichen Reliefblöcken geschmückt war. Ein Backofen aus Schicht 2 überlagerte zum Teil den Steinblock und gibt somit einen terminus ante quem für das Relief, das demnach vor dem späten 13. Jahrhundert v. Chr. entstanden sein muss. Mirko Novák datiert allerdings den Stein aufgrund seiner Ausarbeitung in spätere Zeit.

Šamuḫa Antik Kenti, Kayalıpınar

Weitere Funde waren (bis 2009) 22 mit Keilschrift beschriebene Tontafeln, davon eine altassyrisch, zwei hurritisch und der Rest in hethitischer Sprache. Bei den hethitischen und hurritischen Texten handelte es sich um Ritualtexte und Briefe, die altassyrische ist eine Kaufurkunde aus der Zeit der assyrischen Handelskolonien (Schicht 5). Auf dem Südosthügel traten außerdem mehrere Terrakotten zu Tage, die Pferde darstellten. Es sind verkleinerte Rhyta. Aus Schicht 1 wurden, den gesamten Hügel überlagernd, 128 (bis 2005) Gräber und Knochensammlungen gefunden. Durch sie waren Teile der darunterliegenden Architektur gestört. Die Gräber stammen aus verschiedenen Epochen, von späthethitischer über hellenistische bis frühchristliche Zeit.

Die Funde sind heute im Archäologischen Museum Sivas ausgestellt, eine Kopie des Reliefs wurde vor Ort aufgestellt.

Folgende Überlegungen bringen Müller-Karpe auf die Identifikation Kayalıpınars mit Šamuḫa: Der Text des Ištar-Festrituals selbst liefert zwar keinen Hinweis. Doch die Wichtigkeit der Stätte in Kayalıpınar (verkehrstechnisch wichtige Lage, Größe der Stadt von 20 ha, Abhaltung von Ritualen wohl im Beisein des Großkönigs) lässt annehmen, dass sie in den Boğazköy-Archiven registriert war. Davon kommen nur Ḫurma und Šamuḫa in Frage, wegen deren engen geografischen Bezugs zu Šarišša. Davon lag nur Šamuḫa zusammen mit Pitiyarika und Arziya (die beide weniger groß und bedeutend waren) an einem schiffbaren Fluss, der im nahen Umfeld von Šarišša nur der Kızılırmak sein kann, neben dem oberen Euphrat der einzig schiffbare Fluss Inneranatoliens. Zudem war Šamuḫas wichtigste Gottheit die Ištar, genau wie Kayalıpınars „Göttliche Herrin“ (dGAŠAN) gemäß einer Tontafel eine Ištar-Gestalt war. dGAŠAN muss zudem laut Studien van Gessels als Šaušga gelesen werden, was der hurritischen Form der Ištar entspricht. Und gerade der Kult in Šamuḫa war allgemein hurritisch geprägt. So kommt Müller-Karpe (ebd.) zum Schluss: „Die Mehrzahl der Indizien spricht somit insgesamt für die Lokalisierung von Šamuḫa an diesem Platz.“

Unter Šamuḫa finden wir folgende Beschreibung:

Šamuḫa Antik Kenti, Kayalıpınar

Šamuḫa (möglicherweise in Kayalı Pinar, ca. 40 km westlich von Sivas, am nördlichen Ufer von Kizil Irmak ) war eine Stadt der Hethiter, ein religiöses Zentrum und für einige Jahre Militärhauptstadt des Reiches. Samuhas Glaube war synkretistisch. Rene Lebrun nannte Samuha 1976 das "religiöse Foyer des Hethitischen Reiches".

Samuha war eine Hauptbasis für Feldoperationen der Hethiter, während die Kaskas im 14. Jahrhundert v. Chr. Unter den Königen Tudhaliya I-III und Suppiluliuma I das Kernland der Hatti plünderten, einschließlich der historischen Hauptstadt Hattusa. Während dieser Zeit wurden die Religionen von Samuha und Šapinuwa vom Glauben der Hurrianer beeinflusst.

Ausgrabungen in Šapinuwa haben ergeben, dass Sapinuwa zu Beginn dieser Zeit die Archive für das Königreich besaß. Unter Tudhaliya I oder Tudhaliya II wurde Sapinuwa verbrannt. Hattusili III. Berichtete später von dieser Zeit, dass Azzi "Samuha zu seiner Grenze gemacht" hatte.

Samuha wurde dann die Basis für die Rückeroberungen von Tudhaliya III und seinem damaligen General Suppiluliuma. Die Taten von Suppiluliuma berichten, dass er Kaska-Gefangene nach einer Kampagne gegen Hayasa (irgendwie mit Azzi verbunden) für Tudhaliya nach Samuha zurückgebracht hat. Tudhaliya III. Selbst zentralisierte den Glauben von Kizzuwatna an Samuha.

Šamuḫa Antik Kenti, Kayalıpınar

(Mursili berichtet in seinen Annalen weiter, dass die Arawannaner, als Suppiluliuma König war, in das Land der Kassiyans in der Nähe von "Sammaha" einfielen. Einige Übersetzer glauben, dass dies eine späthethitische Aussprache von "Samuha" sein könnte; vergleiche die Suppiluliuma aus der Mitte des 14. Jahrhunderts vor Christus Ich "mit dem späten 13. Jahrhundert v. Chr." Suppiluliama ". An anderer Stelle sind Arawanna und Kassiya jedoch nicht mit Samuha verbunden. Mursili zog in seinem fünften Jahr - um 1317 v. Chr. - in die Stadt Ziulila in der Nähe von Sammaha, um die Kassiyans zu retten.)

Mursili ernannte seinen jüngsten Sohn Hattusili III zum Priester der Sausga / Ishtar in Samuha. Die Hethiter von Hattusa erinnerten sich anscheinend an die Göttin von Samuha als Schutzgottheit.

Samuha verschwindet nach Hattusili III. aus der historischen Aufzeichnung.

Die Gelehrten sind über den Standort von Samuha gespalten. Einige behaupten, es sei am Ufer des Euphrat gewesen. Andere glauben, dass es am Fluss Halys lag, der derzeit als Kızılırmak-Fluss bezeichnet wird. Der Fluss Kızılırmak liegt näher an Hattusa. Das Quellgebiet befindet sich in der Nähe der 209 km entfernten Stadt Sivas. Der Fluss fließt östlich von Hattusa nach Osten, dann östlich von Hattusa nach Norden und mündet ins Schwarze Meer. Der Euphratort wird in den obigen GPS-Koordinaten wiedergegeben. Hethitische Aufzeichnungen weisen darauf hin, dass Samuha an einem schiffbaren Fluss lag, der den Euphrat-Standort tendenziell unterstützt. Oliver Gurneystellt in der oben zitierten Arbeit fest, dass der Fluss Halys auch abschnittsweise schiffbar ist. Er bevorzugt den Euphrat und stellt fest, dass der Murad Su, der heutige Murat, 1866 Flussverkehr hatte. Der Murat ist ein Nebenfluss des Euphrat. Beide vorgeschlagenen Standorte befinden sich südlich des Einfalls der Kaskianer, der Hattusa überholte und von der hethitischen Führung den Umzug nach Samuha verlangte.

Nach fünfzehn Minuten setzten wir die Fahrt fort. Das als nächstes beschriebenes Ziel, der Hügel Şarkışla Sıyırmahtaşı Tepe Höyüğü ist schwer zu erreichen. Man fährt bis in die Ortschaft Döllük, die sich wenige Kilometer östlich von Şarkışla sich befindet und fährt am Ostausgang etwa 4 Kilometer in östlicher Richtung weiter. Laut Google Maps ist jedoch kein befestigter Weg erkennbar. Leider sind kaum historische Spuren zu sehen und verzichteten auf deren Besichtigung.

Şarkışla Sıyırmahtaşı Tepe Höyüğü (optional)

Şarkışla Sıyırmahtaşı Tepe Höyüğü

Bis heute wurden auf dem Hügel Şarkışla Sıyırmahtaşı Tepe Höyüğü drei alte illegale Grabgruben unterschiedlicher Größe gesehen. Wieder auf dem Hügel wurde ein hohler Bereich beobachtet, der sich nach dem Entfernen des Bodens bildete. Der Hügel ist aufgrund der Jahreszeit und der Oberfläche des Hügels und seiner Umgebung mit dichter Vegetation bedeckt. Es wurden Keramikstücke gefunden, die auf die Chalkolith- und Frühbronzezeit datiert werden können.

Der Hügel mit Blick auf die landwirtschaftlichen Flächen ist ca. 50-60 m hoch. Obwohl es infolge von Bodenentfernung und illegalen Ausgrabungen teilweise zerstört wurde, blieb der Hügel weitgehend erhalten. Rund um den Hügel sind große Naturstein- / Steinblöcke zu sehen. 

Hevük Kalesi, Harmancık / Demiryazı, Blick vom Norden

So fuhren wir die fünf Kilometer zur Staatsstraße D851 zurück und hätten ihr etwa 25 Kilometer in südlicher Richtung folgen müssen. Hingegen fuhren wir gleiche Strecke in nördlicher Richtung weiter in der Annahme, dass das GPS-Gerät eine alternative Strecke gewählt hat. Als wir anschließend auf der D200 Richtung Yıldızeli weiter fuhren nahmen wir an, dass es die D260 sei - hatten aber durchgehend ein schlechtes Gefühl. Kurz vor Yıldızeli entschieden wir uns umzudrehen und nun der tatsächlichen Streckenführung zu folgen - also wieder auf die D851 zurück. Dieser Irrtum kostete uns etwa eine Stunde Fahrzeit. An deren Ende bogen wir nach links auf die D260 / D850 Kayseri Sivas Yolu ab. Nach 37 Kilometer Fahrt teilen sich die beiden Staatsstraßen. Wir folgen dabei unserer Reiseplanung, die uns nach links auf die D850 ließ, die wir bereits nach 2,5 Kilometer verließen. Bei Körtuzla gab es wieder zwei Routen zur auswahl. Wir folgten nun unsere Strechenempfehlung unseres Navigationsgerätes, welches uns über die Ortschaften Doğanca und Harmancık nach 24 Kilometer gegen 12:20 Uhr die historische Burg Hevük Kalesi von Süden her erreichen ließ.

Hevük Kalesi

Hevük Kalesi, Harmancık / Demiryazı, Tunnel

 

 
Die historische Burg Hevük Kalesi befindet sich im Bezirk Ulaş auf einem felsigen Hügel in der Ebene zwischen dem Dorf Harmancık (Old Gulam) und dem Dorf Demiryazı. Die geschätzte Höhe beträgt 200 m. Die Tecer-Berge erstrecken sich in Ost-West-Richtung südlich der Burg. Die Wasserquellen, die aus den Tecer Mountains stammen, speisen die Ebene.

Der Hügel erhebt sich auf einem breiten Rock und der Mittelteil besteht aus steilen Klippen. Der östliche Teil des Hügels wurde als ziviles Siedlungsgebiet genutzt. In nördlicher Richtung der Burg, die aus Felsen besteht, sind die Felslücken in alle Richtungen mit Mauern mit Horasan-Mörtel befestigt. Es gibt Stufen mit einer Neigung von 70 in östlicher Richtung des felsigen Teils. Nach den Oberflächenfunden wird davon ausgegangen, dass es von historischen Perioden bis zur seldschukischen Zeit bewohnt war.

Die Burg wartet darauf, innerhalb seiner Grenzen noch tiefgründig archäologisch untersucht zu werden. Es wird gemunkelt, dass Ertuğrul Gazi den Charmagon Noyan an der Vorderseite der Burg in der Schlacht um den Stier besiegt hat, während die Burg vermutlich von den Hethitern und Byzantinern genutzt wurde.

Hevük Kalesi, Harmancık / Demiryazı, Blick von Südosten

Um zu den Tunnel zu kommen, muß man den Zugang im Norden suchen. Da wir selbst ihn nicht fanden und nur aus einem video den Zugng gesehen haben, muß von dort ein ausgetretener Pfad nach oben führen.

Der Tunnel in der Hevük Kalesi, dessen Eingangstür von außen nicht sichtbar ist und aus Stufen besteht, weckt bei den Bürgern Neugier. Die Zerstörung der Burg Hevük durch die Schatzsucher, die sein Geheimnis schützt, zieht die Reaktion der Menschen in der Region an. Es führt eine Treppe mit 350 Stufen hinunter, worin vier Räume sich befinden. Die Dorfältesten sagten, dass es in der Vergan­genheit verschiedene Türen gab, aber als einige Forscher kamen und nach­schauten, war nur ein leerer Raum zu sehen. Ein Ort, der von Süden, Osten, Westen und Norden unsichtbar ist. Wir wissen nicht, ob es in der Vergangenheit als Zuflucht oder als Beobachtungspunkt genutzt wurde. Trotz dieser historischen Merkmale und Geheimnisse stoßen die Einheimischen auf die Zerstörung des Schlosses Hevük durch die Schatzsucher.

Parken am Südost-Tor, Sarissa Antik Kenti / Kuşaklı

 

 

 

 
Wir hielten uns hier nicht lange auf und fuhren über Tutmaç in westlicher Rich­tung 20 Kilometer nach Ulaş (Blandos). Hier bogen wir nur für 7 Kilometer auf die D260 in südöstlicher Richtung ab, um anschließend auf der Altınyayla Ulaş Yolu nach Südosten zu fahren. Nach 17 Kilometer war der ausgeschilderte Abzweig zur archäologischen Stätte Sarissa Antik Kenti. Es waren noch 2 Kilometer auf einer unbefestigten Straße zu fahren, um unser Ziel kurz nach 13 Uhr zu erreichen. Wir stellten unser Fahrzeug unmittelbar nördlich des Südosttores ab. Ursprünglich wollten wir erst zur Südspitze fahren, um die Mauerreste des Speichers zu sehen, was wir vor Freude auf denvor der Auffahrt gesichteten Wegweiser übersahen.

Stadtplan Sarissa Antik Kenti / Šarišša / Kuşaklı

Sarissa Antik Kenti / Šarišša / Kuşaklı

Für die archäologische Stätte Sarissa Antik Kenti / Kuşaklı nutzten wir einen Lageplan aus dem Dokument academia.edu, der ein guter Begleiter bei der Besichtigung war.

Kuşaklı, was so viel wie "das Umgürtete" aus dem Türkischem heißt, ist wahrscheinlich der hethitischer Lokalname Šarišša, die eine hethitische Stadt am Rand des ostanatolischen Hochlandes war und 4 km westlich des Dorfes Başören im Bezirk Altınyayla sich befindet. Der Siedlungshügel wurde von 1993 bis 2004 in jährlichen Kampagnen ausgegraben und unter der Leitung von Andreas Müller-Karpe anschließend fortgesetzt. Archäologen identifizierten vom 16. bis 13. Jahrhundert v. Chr. drei "Keramikhorizonte" und zwei hethitische Gebäudeschichten mit unterschiedlichem Charakter und identifizierte ferner eine dritte eisenzeitliche Gebäudeschicht.

Die „Sarissa-Siedlung“, die 1500 und 1400 v. Chr. ein wichtiges Siedlungszentrum war und in der die hethitischen Könige aus der Hauptstadt Boğazköy kamen um hier ihre Sommerarbeiten zu verrichten Es ist das fünfte Zentrum, das in Anatolien Schrifttafelnfunde hervorbrachte. Sie war eines der größten religiösen Zentren der hethitischen Nation, die das viertgrößte Reich der Geschichte gründete.

Artefakte von Sarissa Antik Kenti / Šarišša / Kuşaklı im Sivas Arkeloji Müzesi

Einige der 52 in den Ausgrabungen gefundenen Schrifttafeln sind in gutem Zustand. In einem Schrifttafeltext, in dem die Festlichkeiten des Festivals erzählt werden, was wichtig ist, um Informationen über die Geographie dieser Zeit zu liefern. In den anderen gefundenen Tafeln wird der Sturmgott von "Sarissa" häufig erwähnt. Im "Kadesh-Vertrag", bekannt als der erste Vertrag in der Geschichte und zwischen den Ägyptern und Hethitern, den beiden Supermächten dieser Zeit, wurde offenbart, dass der Zeuge des Sturmgottes der Gott von Sarissa war. Es wird angenommen, dass der Zorn des "Sturmgottes" konfrontiert wird, wenn die Vereinbarung nicht befolgt wird. Aus einer schriftlichen Tafel geht hervor, dass Sarissa Hitit Bey dem Tempel jeden Monat „Bier“ gab, und aus anderen Erkenntnissen, dass sich hier die größte Brauerei Kleinasiens befindet.

Hier wurden einer der größten bisher bekannten hethitischen Tempel, der Königspalast und die südwestlichen Stadtmauern der Stadt wurden freigelegt. Dieser Tempel ist der einzige Tempel (1460-1190 v. Chr.) in Anatolien, der zur hethitischen Kaiserzeit gehört, mit Ausnahme von Boğazköy.

Artefakte von Sarissa Antik Kenti / Šarišša / Kuşaklı im Sivas Arkeloji Müzesi

 

 


In der zweiten Ausgrabungskampagne entdeckten die Archäologen schriftliche Aufzeichnungen über ihre hethitische Zeit; das vierte, kleinste und bislang letzte große Archiv in hethitischer Sprache. 1997 berichtete Gernot Wilhelm:
"Die große Mehrheit der 45 veröffentlichten Tablettenfragmente wurde im südlichen Raum von Gebäude A im westlichen Teil der Akropolis gefunden. Sowohl die kleinen Funde im Raum als auch der Inhalt der Tafeln deuten darauf hin, dass der Raum einen Zusammenhang mit rituellen Praktiken hatte. Die Funde gehören zur Schicht 2 (Periode des Reiches), die in einem Brand (2. Hälfte des 13. Jahrhunderts v. Chr.) umkam. Aufgrund der Auswirkungen dieses Feuers überlebten die Tabletten, die ursprünglich in ungebackenem Zustand gelagert wurden. Der Inhalt der Tafeln, die von mehreren Händen geschrieben wurden, bezieht sich auf die rituelle Praxis, nämlich Kult und Prophezeiung. Am zahlreichsten sind "Orakelprotokolle" für Lot- und Vogelorakel, seltener sind "Kultinventare", die sich mit rituellen Festen, Idolen und Kultlieferungen befassen. Zwei Tafeln repräsentieren die Kategorie "Festivalrituale"

Sarissa wurde im 16. Jahrhundert v. Chr. als mittelgroße Provinzstadt in der Nähe von Kussara gegründet. Die Schriftgelehrten in Hattusa katalogisierten Sarissa im "Oberland" von Hatti.

Artefakte von Sarissa Antik Kenti / Šarišša / Kuşaklı im Sivas Arkeloji Müzesi

Es gab Tore an den vier Ecken der Stadt, wobei ein Stadttor von syrisch-levantinischer Form ist. Im Jahr 2004 entdeckte das Team einen Pool oder Damm (Kuzey Batı Barajı) am Nordwesttor (KuzeyBatı Kapısı) - den ältesten bekannten Damm in Anatolien. Das Tor enthält Holz, und die Dendrochronologie hat behauptet, dass das Holz 1530 v. Chr. bis im letzten Drittel des 16. Jahrhunderts v. Chr. geschnitten wurde. Dieser Befund wurde jedoch nicht von Fachleuten begutachtet. Da keine älteren Siedlungsschichten ausgegraben werden konnten, ist Šarišša bislang die einzige archäologisch erfasste Stadtneugründung der Hethiter, die sonst nur aus Keilschrifttexten überliefert sind. Bei der Errichtung der Gebäude musste daher nicht auf bereits bestehende Bausubstanz Rücksicht genommen werden. Es bot sich die Möglichkeit einer planmäßigen Neubebauung, die sich zumindest auf der Akropolis, dem alten Stadt-Zentrum, an einem axialen Straßensystem -ein hethitsches Wegenetz nebst Fluraufteilung orientierte. Selbst über das Ende der Stadt hinaus bestand eine von den Hethitern zentral auf Kuşaklı ausgerichtete Fluraufteilung. Ein sich auf der Akropolis von Sarissa kreuzendes Achsensystem, dessen zentraler Punkt das Gebäude C darstellt, setzte sich zu den Stadttoren hin fort und lässt noch heute Reste eines ursprünglich hieran ausgerichteten Weg- und Feldnetzes erkennen.

Šarišša wurde während der allgemeinen Unruhen nach der Regierungszeit von Arnuwanda I. († um 1375 v. Chr.) im frühen 14. Jahrhundert entlassen. Es wurde dann unter der hethitischen Wiederbelebung von Samuha unter Tudhaliya III. wieder aufgebaut.

Blick von Süden auf Sarissa Antik Kenti /  Šarišša / Kuşaklı

So bestand Sarissa aus zwei hethitische Städten - einer einer oberen und einer unteren Stadt. Die Oberstadt hatte eine Stadtmauer mit Türmen und mehreren Toren. Nur kleine Teile der Wohnräume wurden bisher ausgegraben. Die Häuser hatten unregelmäßige Pläne und waren durch kleine Straßen getrennt. Zwei größere Häuser wurden mitten in der Stadt ausgegraben, nicht weit vom Haupttempel entfernt. Typisch für diese Häuser ist eine zentrale Halle mit vielen kleineren Räumen. In einem der Häuser (Haus A) wurden 45 keilförmige Tontafeln mit rituellen Texten gefunden. Es scheint möglich, dass Haus A das Haus eines Priesters war.

Die Hauptgottheit von Sarissa war der Wettergott. Er ist im Friedensvertrag zwischen Hattusili III. und Rameses II. genannt. Als Ägyptisch-Hethitischer Friedensvertrag wird eine auf den 21. Peret im 21. Regierungsjahr des Ramses II. (entspricht wohl dem 10. November 1259 v. Chr.) datierte Übereinkunft zwischen dem ägyptischen Pharao Ramses II. und dem hethitischen Großkönig Ḫattušili III. bezeichnet. Aus Texten, die vor Ort gefunden wurde, geht hervor, dass Šarišša vom hethitischen Großkönig regelmäßig besucht wurde, um hier dem Wettergott in Ritualen zu huldigen. Hauptziel der rituellen Reise war der sogenannte Huwasi-Stein, der nach den Texten außerhalb der Stadt verehrt wurde. In der Tat gibt es etwa 2 km südlich der Stadt Reste eines Teiches und eines Heiligtums aus hethitischer Zeit, bei denen es sich wahrscheinlich um den Ort dieses Steines handelt. Der Wettergott von Šarišša wird, gemeinsam mit dem Wettergott von Šapinuwa, unter anderem in dem Šuppiluliuma-Šattiwazza-Vertrag und im eben beschriebenen Vertrag zwischen Ḫattušili III. und Ramses II. erwähnt. Seine Partnerin war die Göttin Anzili.

Südost-Tor, Sarissa Antik Kenti / Kuşaklı

Die Befunde auf der Akropolis ergaben, dass Sarissa zweimal zerstört wurde. Während man nach der ersten Destruktion, der unter anderem das Gebäude C zum Opfer fiel, die Stadt wieder aufbaute, fand sie nach einem Brand im ausgehenden 13. Jh. v. Chr. ihr Ende. Es folgte eine relativ kurze Zeit, in der auf der Akropolis qualitativ minderwertige Bauten im Umfeld der Ruinen errichtet wurden. Die Phase wird als „subhethitisch“ bezeichnet und spiegelt eine vorübergehende Besiedlung ohne urbanen Charakter wieder. Nach ihrer Aufgabe wurde der Ort verlassen und erst Jahrhunderte später neu besiedelt. Bislang konnte dieser Abschnitt der Geschichte Sarissas noch nicht ausreichend bearbeitet werden.

Sarissa wurde 1200 v. Chr. wieder mit den anderen hethitischen Städten entlassen. Sein Standort wurde wieder besetzt und repariert, aber dann aufgegeben. In der Eisenzeit, um 600 v. Chr. gab es ein kleines Dorf an der Seite und kurz darauf wurde hier eine runde Festung errichtet.

Güney Batı Kapısı - Südwesttor

Südost-Tor, Sarissa Antik Kenti / Kuşaklı

 

 

Das Südost-Tor von Kuşaklı / Sarissa war dank der geophysikalischen Prospektion bereits weitgehend in seinem Grundriss bekannt, nur die Außenseite war durch Raubgrabungen so stark gestört, dass keine klaren Strukturen erkennbar waren. Die Grabungen ergaben ein in den Stadtwall eingebettetes Tor. Ebenso wie das Nordwest-Tor bestand dieses aus einer zweikammerigenTorgasse, gebildet durch drei paarige Mauerzungen und zwei jeweils innen und außen vorspringenden Türmen. Diese unterteilten sich in je zwei Räume, die mit Brandschutt verfüllt waren.

Durch die erwähnten Raubgrabungen wurden die äußeren Fundamente zerstört. Der östliche Turm wies noch Reste von verkohlten Balken auf. Auf dem westlichen Mauervorsprung des äußeren Zungenpaares der Torgasse konnte eine Torpfanne in situ dokumentiert werden. Anders als bei dem Nordwest-Tor zeigte die Lage der Schwellensteine im Bereich des mittleren Zungenpaares die Höhe des ehemaligen Laufniveaus an - hier konnten Wagen ungehindert passieren und somit in das Innere der Stadt gelangen.

Südost-Tor, Sarissa Antik Kenti / Kuşaklı

 

Die Abschlüsse der Zungenpaare bildeten Orthostaten, die wie am Nordwest-Tor keine Reliefs aufwiesen. Sein Ende fand das Tor, wie bereits angedeutet, durch einen Brand. Doch ebenso wie das Nordwest-Tor wurde es danach offensichtlich weiter genutzt, und zwar möglicherweise für Wohnzwecke.
Quelle: academia.edu

Depo Güney Tepe - Südhügel mit Speicher

Die geophysikalischen Prospektionen brachten 1995 eine eigenartig geformte Anlage am südlichsten Punkt der Stadt in unmittelbarer Nachbarschaft der Stadtmauer zutage. Sondageschnitte ergaben, dass die in der Prospektion etwa D-förmige Anlage von 50 x 30 m Größe eine Wallanlage mit Böschungspflaster darstellte. Das Areal der Anlage war sowohl im Inneren als auch außen sorgfältig planiert und teilweise aus dem anstehenden Kalkstein herausgehauen.

Eisenzeitlche Burgmauer, Sarissa Antik Kenti /  Šarišša / Kuşaklı

Für den Wall konnte eine Höhe von etwa 2,25 m rekonstruiert werden bzw. 3,15 m im Inneren, dort lag das Niveautiefer als außerhalb. Innerhalb der Wallanlage fand sich eine braune Schicht aus humiziertem Material. Archäobotanische Untersuchungen ergaben, dass es sich um die organischen Reste von vergangenem Getreide handelt. Die Stratigraphie zeigte, dass der Getreidespeicher im Zuge der Stadtgründung im ausgehenden 16. Jh. v. Chr. entstanden sein muss.

Eisenzeitlche Burgmauer

Eisenzeitlche Burgmauer, Sarissa Antik Kenti /  Šarišša / Kuşaklı


Auf den Ruinen der hethitischen Stadt und jüngerer Siedlungsreste wurde kurz nach 600 v. Chr. eine Burganlage errichtet. Die Befestigungsmauer zeigt halbrunde Bastionen und im Nordosten einen Rechteckturm. Am höchsten Pukt der Bergkuppestand ein quadratischer Turm.

Mezar Odası - Grabkammer, Sarissa Antik Kenti /  Šarišša / Kuşaklı

 

 

Der Bau der Burg steht möglicherweise im Zusammenhang mit dem Vordringen der Meder aus dem heutigen Iran. Die Befestigung wurde wohl nur wenige Jahrzehnte genutzt und dann durch Feuer zerstört.

Mezar Odası - Grabkammer

Lange nach dem Ende der hethitischen Stadt und der eisenzeitlichen Burg wurde in der frühen Römerzeit (hellenisch-rönischer Zeit) wurde auf der Bergkuppe als höchsten Punkt ein einziges Tumulusgrab (Mezar Odası) errichtet. Die Grabkammer iat aus sorgfältig bearbeiteten Steinquadern errichtet und zeigt ein Tonengewölbe.

Mezar Odası - Grabkammer, Sarissa Antik Kenti /  Šarišša / Kuşaklı

 

Mezar Odası - Grabkammer, Sarissa Antik Kenti /  Šarišša / Kuşaklı

Die Grabkammer wurde noch in antiler Zeit beraubt - also geplündert vorgefunden. Bei der Ausgrabung fanden sich daher neben Resten von fünf Toten nur noch Keramikbeigaben und einen Eisenkamm.

 

 

 

Bati Yamaç / Westhang, Sarissa Antik Kenti /  Šarišša / Kuşaklı

 

 

 

 

Bati Yamaç / Westhang

A Binasi / Gebäude A

Im Jahr 1994 wurde mit der Freilegung der Bereiche oberhalb des Westhangs begonnen, um die Herkunft des verrollten Tontafelfragments zu klären. Bereits nach kurzer Zeit wurde das sogenannte Archivzimmer an der südlichen Gebäudeecke aufgedeckt, das 47 Fragmente von Tontafeln erbrachte. Daneben konnten in anderen Bereichen des 23,5 m x 11,8 m großen Gebäudes zahlreiche Votivschälchen und Miniaturkrüge gefunden werden, die ebenfalls auf eine herausragende Funktion des 277 m² großen Gebäudes deuten.

B Binasi / Gebäude A und B, Sarissa Antik Kenti /  Šarišša / Kuşaklı

Der Befund war durch eisenzeitliche Überbauung und durch die Lage am Hang bereits stark gestört. Aufgrund seiner Orientierung dürfte Gebäude A erst nach der Gründungsphase Sarissas errichtet worden sein.

B Binasi / Gebäude B

Erst mit dem Abtrag der eisenzeitlichen Überbauung war es möglich, Gebäude B von Anlage A zu separieren. Eine schmale Gasse trennte beide Bauten voneinander und ermöglichte damit die Wartung einer hier verlaufenden Tonrohrleitung.
Während Gebäude A der Fund mehrerer Tontafelfragmente auszeichnet, konnten in Gebäude B, das 25,5 m x 17 m und 406 m² misst, zahlreiche Bullae und Siegel aufgedeckt werden.

Skizze - Tempel des Wettergottes von Sarissa (Gebäude C), Sarissa Antik Kenti /  Šarišša / Kuşaklı

 

 

 

 

Tempel des Wettergottes von Sarissa (C Binasi / Gebäude C)

Der Tempel des Wettergottes von Sarissa (Gebäude C)ist mit 4660 m² das größtes Bauwerk der Stadt und einer der größten Tempel des Hethiterreiches. Etwa 1530 v. Chr. errichtet, im 15. oder frühen 14. Jahrhundert v. Chr. bei der Eroberung der Stadt geplündert und niedergebrannt. Zu den Funden aus dem Tempel gehört ein Stierpaar aus Keramik (Hurri und Šerri, Wegbegleiter des Sonnengottes), zwei Keilschrifttafeln und das Gefäßinventar einer Tempelbrauerei.

Der Tempel des Gottes aus dem Jahr 1525 v. Chr ist der größte bisher ausgegrabene hethitische Tempel (Büyük Tapınak). Es besteht aus Steinen mit einem riesigen Innenhof in der Mitte, der etwa 76 mal 74 m groß ist.

Tempel des Wettergottes von Sarissa (Gebäude C), Sarissa Antik Kenti /  Šarišša / Kuşaklı

Die Reste des monumentalen Gebäudes nehmen den gesamten Südosten des Akropolis-Hügels ein. Lediglich das Untergeschoss war weitgehend erhalten, an der Südostseite verfügten allerdings noch drei Räume über Reste der Geschossdecke. Die Ausmaße des Gebäudes betragen in der Längsausdehnung 76 m und in der Breite 61,5 m, womit eine Grundfläche von 4.663 m² eingefasst wird.

Das erhaltene Untergeschoss allein verfügt über 84 Räume, die teilweise noch unterteilt waren. Da zumindest im Südosten mit wenigstens einem weiteren Geschoss zu rechnen ist, könnte die ehemalige Anzahl der Räume über 110 liegen. Das Zentrum der Anlage bildet ein teils mit seitlichen Pflasterungen umgebener Innenhof (34 x 43 m), der an seiner nordwestlichen und südöstlichen Seite von langen Pfeilerhallen flankiert wurde. Durch zwei Haupteingänge im Nordwesten und Nordosten, jeweils mit einer Wächterstube versehen, und einem kleinen Nebeneingang betrat man das Gebäude. Die Räume und Gebäudeteile waren größtenteils vom Hof her zugänglich.

Im Südflügel der Anlage konnten zwei Räume freigelegt werden, die sich als „Keller“ eines Adytons interpretieren lassen. Die weiter nordöstlich aufgedeckten Siloeinbauten dürften zur Bevorratung von Nahrungsmitteln oder anderen Gütern gedient haben.

Tempel des Wettergottes von Sarissa (Gebäude C), Sarissa Antik Kenti /  Šarišša / Kuşaklı

Einige Funde aus Gebäude C verweisen auf seine herausgehobene Bedeutung innerhalb der Stadt. Eine Besonderheit stellt das Stierpaar dar. Anders als die sonstigen bekannten Stierterrakotten sind die beiden Exemplare aus Kuşaklı mit zwei Stegen am Rumpf miteinander verbunden. Die Tiere werden als Hurri und Scheri, die beiden Zugtiere des Wettergottes, interpretiert.

Das Gebäude wurde während seiner Nutzung schwer beschädigt, konnte aber nach Reparaturen weiter genutzt werden. Untersuchungen im Nordwesttrakt zeigten, dass ein älterer Fußboden mit darauf liegenden zerstörten Gefäßen einplaniert und mit einem neuen Fußboden überzogen wurde.

Unterhalb des jüngeren Bodens fand sich zudem eine Kalksteinsetzung aus massiven Blöcken, die einen schmalen, aber mindestens 70 cm tiefen Spalt im Felsen abdeckte. Hier wurde deutlich, dass Gebäude C von einem Erdbeben stark beschädigt worden war, was weitere Reparaturen an Wänden und Fundamenten erklärt. Das Gebäude wurde schließlich zu einem späteren Zeitpunkt durch einen katastrophalen Brand zerstört und anschließend nicht wieder aufgebaut. Im sogenannten "Adytonkeller konnten die Spuren des verheerenden Feuers augenfällig dokumentiert werden.

Tempel des Wettergottes von Sarissa (Gebäude C), Sarissa Antik Kenti /  Šarišša / Kuşaklı

 

Deutlich erkennbar ist ein konzeptioneller Zusammenhang zwischen der Ausrichtung des Adyton und dem huwaši-Heiligtum in den südlich gelegenen Bergen. Zwischen beiden Heiligtümern bestand zumindest „Blickkontakt“. Man erwog die Möglichkeit, dass nach der Zerstörung von Gebäude C das Kultgebäude am eigentlichen Kultplatz errichtet worden sei, und zwar direkt extramural an den huwaši-Steinen.

Dendrochronologische Untersuchungen datieren die Errichtung des Gebäudes C in das ausgehende 16. Jh. v. Chr. und damit in die althethitische Zeit. Die Nutzung dauerte etwa 150 bis 200 Jahre und ist mit dem Ende der Anlage in der ersten Hälfte des 14. Jh. v. Chr. zu rechnen. Pfeilspitzenfunde legen nahe, dass die Zerstörung der Anlage im Zuge kriegerischer Auseinandersetzungen zu sehen ist.

Die Anwesenheit eines Bullenpaares unter den "Tieren des Sturmgottes" in der Mythologie stützt die Idee, dass der Gott hier wichtig ist. Unter den kürzlich entdeckten Tafeln wurden 18 Wahrsagerei, 3 Festtexte und 12 religiöse Kultdokumente gefunden. Es ist bekannt, dass es unter dem hethitischen König Stadtkönige oder lokale Könige gab. Aus den Siegeln geht hervor, dass der Name des hier gefundenen Königs Mazitima oder Mimazati ist.

Ein bemerkenswerter Fund sind Fragmente eines mykenischen Keramikgefäßes, das in einem Raum des nordwestlichen Stadttors gefunden wurde. Mykenische Schiffe sind im hethitischen Kontext ansonsten äußerst selten, während sie an anderen Orten im Mittelmeerraum sehr häufig sind. Auf Siegelabdrücken wurde ein bisher unbekannter König namens Mizima gefunden. Er könnte ein lokaler Gouverneur sein und den Titel des Königs beanspruchen.

D Binasi / Gebäude D

Das Gebäude D war aufgrund eisenzeitlicher Überbauung und Abtragung nur sehr schlecht erhalten. Die Sockelreste sowie Fundamentgräben ließen auf eine ehemalige Ausdehnung von 19,2 x 15,2 m und 294 m² schließen. Weiter südlich verlaufende parallele Strukturen könnten allerdings auch für eine größere Grundfläche des Gebäudes sprechen.

Während in den übrigen hethitischen Gebäuden Metallfunde äußerst selten waren, konnten hier mehrere Bronzegegenstände geborgen werden. Zwei Keramikgefäße wiesen Hieroglyphen auf, und zwar nicht in Form der sonst üblichen flüchtigen Strichzeichnungen, sondern als Abdruck.

E Binasi / Gebäude E, Sarissa Antik Kenti /  Šarišša / Kuşaklı

Die Legende lässt sich als „König von Sarissa“ lesen. Damit konnte zweimal das Amtssiegel eines Lokalkönigs innerhalb der Ruine nachgewiesen werden.

E Binasi / Gebäude E

Die Reste des teilweise nur in einer einzigen Steinlage erhaltenen 41 m langen und 12 m breiten Gebäudes E erstrecken sich in unmittelbarer Nachbarschaft zu Gebäude C auf dem nordöstlichen Ausläufer des Akropolis-Hügels. Trotz vergleichsweise schlechter Erhaltung aufgrund des steilen Gefälles lieferte es dennoch eine beachtliche Fundmenge an Siedlungsabfällen. Sowohl Architektur als auch Fundverteilung ließen eine Unterscheidung zweier Bauphasen zu.

In der ersten Phase beschränkte sich der sogenannte Kernbau auf eine Länge von 27 m und wurde erst in der zweiten Bauphase auf das oben genannte Maß erweitert. Die Funde stammen weitgehend aus der Verfüllung des Kernbaus. Hier fanden sich große Mengen an Bruch von Gebrauchskeramik und Knochen, die als Speiseabfälle angesehen werden können.

Da das Gebäude in den Zeitraum der Stadtgründung bzw. unmittelbar danach errichtet wurde – es weist die gleiche Orientierung wie das Gebäude C auf – muss mit der ersten Bauphase des Kernbaus grob um 1500 v. Chr. gerechnet werden. Die Keramikanalyse ergab, dass die eingetragenen Siedlungsabfälle des Kernbaus und die vergleichsweise wenigen Funde aus der Verfüllung der zweiten Phase vergleichbar mit der Keramik der Schicht 2 vom Westhang sind, deren Ende etwa in der Mitte des 13. Jh. v. Chr. anzusetzen ist. Daher fallen sowohl Errichtung, Nutzung, Aufgabe und Wiederaufbau von Gebäude E in den Zeitraum von etwa 1500 v. Chr. bis in die Mitte des 13. Jh. v. Chr. Aus Mangel an entsprechenden Funden können Dauer und Ende der zweiten Bauphase nicht näher bestimmt werden. Da im Gebäude keine in situ-Funde vorhanden waren, ist davon auszugehen, dass es nach dem Ende der Nutzung beider Phasen planvoll und nicht plötzlich aufgegeben wurde. Hinweise auf eine Katastrophe wie Erdbeben, Feuer oder kriegerische Auseinandersetzung sind in Gebäude E nicht zu belegen.

Kuzey Batı Kapısı /  Nordwesttor, Sarissa Antik Kenti /  Šarišša / Kuşaklı

Die Funktion des Gebäudes kann nicht über Funde, sondern eher aus seinem exponierten Standort und der Architektur interpretiert werden. Die Nachbarschaft zu Gebäude C und die Lage auf der Akropolis rückt Gebäude E in den Kreis der öffentlichen Gebäude Sarissas.

Ein zweiter Tempel befand sich im Norden der Stadt. Es hat wieder einen größeren Innenhof und ist ca. 54 mal 36 m groß. Es war vielleicht der Tempel der Göttin Anzili, der in den Texten der Stadt erwähnt wird. In diesem Tempel wurden auch Siegelabdrücke eines bislang unbekannten Königs gefunden.

Der Grund, warum die Einheimischen es " Belted " nennen, sind die Wände hier. Die keilförmigen hethitischen Tafeln zeigen sowohl die Anwesenheit eines Königs als auch die Feste.

Kuzey Batı Kapısı / Nordwesttor

Das Nordwest-Tor scheint aufgrund seiner topographischen Lage der Hauptzugang zur Stadt gewesen zu sein, da es den Weg in die Ebene der Altınyayla Ovasısı eröffnet. Das Tor verfügte über zwei Türme, die eine zweikammerige Torgasse flankierten. Die Front hatte eine Länge von 26 m. Die in Richtung der Ebene vorspringenden Türme waren nahezu gleich groß (17 m x 9,5 m und 17 m x 9,2 m).

Kuzey Batı Kapısı /  Nordwesttor, Sarissa Antik Kenti /  Šarišša / Kuşaklı

Die Größe der Anlage mit einer breiten und langen Torgasse rechtfertigen durchaus Parallelen zu den größeren Toranlagen aus Boğazköy, z. B. dem Königstor - allerdings ohne deren Reliefschmuck, der trotz guter Erhaltung nicht belegt werden konnte. Das mittlere Orthostatenpaar wies an der unteren Seite Vorspünge auf, die man als Sitzmöglichkeiten für die dort stationierten Wachen interpretieren kann.

Kuzey Teras / Nordterrasse mit Tapınak / Tempel 1, Sarissa Antik Kenti /  Šarišša / Kuşaklı

 

 


Kuzey Teras / Nordterrasse mit Tapınak / Tempel 1

Den Bereich zwischen dem Fuß der Akropolis und der nördlichen Stadtmauer nimmt ein weites Plateau ein, auf dem die ersten Grabungen in Kuşaklı stattfanden. Bereits bei den frühen Begehungen fielen hier obertägig sichtbare Reste eines großen Gebäudes auf. Die Bearbeitungsspuren der Fundamentsteine ließen einen hethitischen Ursprung erwarten.

Kuzey Teras / Nordterrasse mit Tapınak / Tempel 1, Sarissa Antik Kenti /  Šarišša / Kuşaklı

 

 

 

 

 

Innerhalb von zwei Kampagnen, 1993 und 1994, konnten fast der gesamte Grundriss und angrenzende Areale eines weiteren monumentalen Gebäudes freigelegt werden. Deutliche Parallelen zu Befunden aus der Hauptstadt Boğazköy ließen auf die Funktion eines Tempels schließen.

Zeigte der südliche Teil des Gebäudes einen eher fragmentierten Zustand, waren erfreulicherweise zumindest der nördliche und östliche Teil noch gut erhalten. Einzelne Lehmziegelmauern waren infolge eines Brands gehärtet und standen teilweise noch 2 m hoch. Die Größe des Gebäudes erwies sich als beachtlich, denn seine Grundfläche von 1.825 m² bei einer Länge von 54 m und einer maximalen Breite von 36 m ist auch im Vergleich mit anderen monumentalen Anlagen der Hethiter selten. Einen zentralen Hof flankierten zwei Pfeilerhallen, um die sich 48 Räume zu einem länglichen, etwa rechteckigen Grundriss gruppierten. Der Ausgräber geht zumindest von einer partiellen Mehrgeschossigkeit aus.

Unterhalb des gepflasterten Laufniveaus des Hofs zog sich eine Tonrohrleitung, die das Gebäude entwässerte. Ein monolithischer, rund gearbeiteter Gullystein markiert das Ende der Tonrohrleitung und den Beginn eines gedeckten Steinkanals. Nach dem durch einen Brand verursachten Ende des Tempels bzw. monumentalen Gebäudes erfuhr der Bereich eine „Nachnutzung“. An seiner Westecke schlossen sich kleine, unregelmäßige Bauten an, die auf den Brandschutt fundamentiert waren.

Kervansaray / Karawanserei, Sarissa Antik Kenti /  Šarišša / Kuşaklı

Nach ihrer Freilegung wurde in einigen Bereichen tiefer gegraben und ein größeres Gebäudes partiell erschlossen, das zeitliche Parallelen zum Tempel belegt. Die darin geborgenen Funde weisen auf eine gewerbliche Nutzung.

Dendrodaten lassen eine parallele Errichtung des Tempels mit Gebäude C im letzten Drittel des 16. Jh. v. Chr. vermuten. Er wurde aber wohl länger als das Gebäude auf der Akropolis genutzt und erst im ausgehenden 13 Jh. v. Chr. wie die übrige Stadt in einer Brandkatastrophe zerstört.

Kervansaray / Karawanserei

Der Bereich der so genannten Karawanserei zählt zu den in jüngster Zeit freigelegten Arealen der Stadtruine. Die Grabungen begannen 2002 an den Fundamentresten eines durch geophysikalische Prospektionen bereits bekannten großen Gebäudes. Die Visualisierung der naturwissenschaftlichen Messungen ließen einen singulären Grundriss erkennen, der obertägig nicht sichtbar war.

Anders als in den bislang untersuchten Gebäuden ließ sich hier in einem 19 m x 6 m großen Raum ein Fußboden aus gestampftem Lehm freilegen, auf dem kein weiterer Belag aufgetragen war. Flankiert wurde dieser von schmalen, nur 2 m breiten Hallen, die einen gepflasterten Boden aus großen Steinen aufwiesen. Sie waren zum großen Mittelraum hin offen und nur durch jeweils sechs Pfeiler getrennt. Möglicherweise wurden die Seitenhallen in einer jüngeren Nutzungsphase durch Wände abgegrenzt, da zwischen den Pfeilerbasen ein unregelmäßiger Mauersockel aufgedeckt wurde. Der Fund eines monolithischen Steinbeckens, welches als Viehtränke interpretiert wuede und die teils noch im Verband befundenen Skelettteile von Equiden lassen eine Deutung des Gebäudes als Stallung zu. Die Nähe zu einem der Stadttore führte zu der Annahme, es könne sich um eine Karawanserei oder einem Marstall handeln. Einer von zwei parallelen Räumen im südlichen Gebäudeteil erbrachte den Fund eines in den Boden eingetieften Pithos, der andere schmale Raum war mit mehreren Basaltsteinen angefüllt. Der Ausgräber weist hier auf die Herstellung von Mehl hin, was zur Ernährung einer größeren Anzahl von Menschen hergestellt wurde, die in dem Gebäude verköstigt werden mussten.

Da sich das Gebäude etwa an den ursprünglichen Planungsachsen Sarissas orientiert, wird es der Frühzeit der Stadt eingeordnet. Seine Nutzungsdauer dürfte sich über längere Zeit erstrecken, worauf Umbauten und Reparaturen hinweisen. Das Keramikspektrum reicht von tendenziell älteren Formen bis hin zu Formen der späteren Großreichszeit.

 

Die Fahrt, um den Huwasi-Stein am Supitassu / Šuppitaššu Gölü zu sehen, ist mit einem normalen PKW gewagt - es gibt keinen befestigten Weg dorthin. Man kann es mit einem geländegängigen Fahrzeug erreichen. Da auch luftsichtig nicht viel zu sehen war - wir außerdem bereits eine Stunde im Verzug waren, verzichteten wir auf diesen Abstecher.

Huwasi-Stein am Supitassu / Šuppitaššu Gölü, Çevirme (optional)

Auf einem Bergsporn oberhalb des Küçükmerdanesekisi Sırt etwa 2,5 km südlich von Kuşaklı konnte im Jahr 1996 ein nahezu kreisrunder, teils künstlich aufgestauter Quellteich entdeckt werden. Monumentale architektonische Reste in unmittelbarer Nähe vermittelten den Eindruck einer weiträumigen Anlage. Der gesamte Bereich, in Spornlage befindlich, misst eine Länge (Ost-West) von 600 m und eine Breite in nord-südlicher Richtung von 500 m. Anhand der Höhenlinien zeigt sich die starke Reliefierung des Geländes. Architektonische Reste ziehen sich von 1.855–1.920 m ü. NN. Bruchstücke hethitischer Keramik streuen über das gesamte Areal. Die Größe des Quellteichs mit einem Durchmesser von etwa 125 m gemäß den Messungenvon 1997 trägt zu seinem imposanten Erscheinungsbild bei. Heute wird das Wasser gelegentlich von den Einwohnern Balokalen Bevölkerung umgeleitet, so dass der Wasserspiegel und damit die Größe des Teichs schwankt. Eine Erweiterung verlängert das Gewässer in westlicher Richtung.

Šuppitaššu Gölü, Çevirme, Sarissa Antik Kenti / Kuşaklı

Erste geophysikalische Prospektionen im Jahr 1996 zeigten die Reste eines monumentalen Gebäudes sowie einer langen Mauer. Letztere diente wohl als Abgrenzung eines Aufwegs vom Talzum Plateau, auf dem der heilige Bezirk anzunehmen ist. Während seiner hethitischen Nutzung hatte der Teich einen Abflusskanal, der ihn in nördlicher Richtung hangabwärts entwässerte, und von einem Wall oder einer Steinmauer eingefasst war. Senkrecht stehende, nun teils verkippteSteinplatten bilden seinen Lauf. In ihrem Aufbau erinnert die Installation an eine bescheidene Variante der Anlage von Karakuyu. Hier wie dort begrenzte eine Böschungspflasterung den See. Das Pflaster entspricht typisch hethitischen Teicheinfassungen, wie sie auch von anderen Fundstellen bekannt sind.

Nach Textquellen scheint der Teich wohl den Namen Šuppitaššu getragen zu haben. Der Großkönig suchte ihn jährlich in einer festgelegten Zeremonie auf und brachte sein Opfer dar. Eine Interpretation als huwaši-Heiligtum gründet auf zwei großen unbearbeiteten Felsbrocken innerhalb der Ruine in unmittelbarer Nachbarschaft des Teichs. Aus keilschriftlichen Texten sind die sogenannten huwaši-Steine bekannt, bei denen es sich um Steine - inspäterer Zeit vor allem um Stelen - handelt, die sinnbildlich für eine Gottheit verehrt, beopfert, gewaschen und gesalbt wurden. Sie befanden sich normalerweise außerhalb der Städte. Laut Überlieferung geht während der heiligen Handlung „der König (...) in den huwaši (-Bezirk) des Wettergottes hinein“ und vollzieht die Opferrituale. Der die Steine umgebende heilige Bezirk des huwaši-Heiligtums oberhalb des Küçükmercanesekisi Sırt vermittelt den Eindruck, als ob die Steine in einem offenen Hof ruhen. Man differenziert in „Gottheiten der Tempel“ und „Gottheiten der Stelen“, wobei jedoch beide Kultformen einander nicht ausschließen, so dass eine Gottheit sowohl im Tempel als auch in einem heiligen Bezirk verehrt worden sein kann. Die Steine wurden somit im Freien bzw. unter freiem Himmel aufgestellt, während ein Tempelbau den heiligen Bezirk nach außen ab schloss. Möglicherweise ließe sich auch eine Abgrenzung in der Art des griechischen Peribolos vorstellen, zu der der König vom halentu (-Gebäude) kommend, hinaufschreitet.
Text aus: academia.edu Seite 42

Gern hätte ich hier weitere Informationen oder ein Foto zu dem Heiligtum eingefügt - eine Anfrage an die leitende Archäologin der letzten Untersuchungsphasen, Frau Dr. Simone Arnhold von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg blieb unbeantwortet. Meist sind die Archäologen mit ihrer Arbeit so beschäftigt, dass fast alle meiner Anfragen an Archäologen als "Nichtarchäologe" und "nur interessierten Bürger" unbeantwortet blieben. Eine der wenigen Ausnahmen bilden hier Prof. Dr. Andreas Schachner, Direktor der Ausgrabungen in Boğazköy-Ḫattuša, Frau PD Dr. Lâtife Summerer vom Institut für Klassische Archaologie der Ludwig-Maximilians-Universität München sowie einige Archäologen vor Ort wie die iranische Archäologin Mona Saba, Prof. Dr. İbrahim Tunç Sipah und weitere Archäologen an mehreren Ausgrabungsstätten.

Nach der Besichtigung von Sarissa Antik Kenti / Kuşaklı setzten wir unser planmäßige Fahrt fort. Wir empfehlen dennoch, eine Runde um den Hügel zu fahren und erst anschließend die Besichtigung beenden, um den Nordwestdamm noch zu besichtigen.

Reifenpanne bei  Šarišša / Kuşaklı

Weit kamen wir nicht - nach etwa einem Kilometer stoppten wir wegen uns bereits bekannten Geräuschen und ungewohnten Fahrverhalten des Autos - der linke Vorderreifen war platt und rechts quillte bereits eine Blase seitwärts aus dem Reifen. Wir hatten zwar ein Reparaturset dabei, welches nur auf den Laufflächen und nicht an den Seiten verwendet werden kann. Zum Glück hatten wir vorsorglich ein Vollrad (Winterrad) als Reserve anstelle der standardmäßigen Dichtmittelflasche mitgeführt, die wir bereits mit Erwerb des Fahrzeuges aus den Kofferraum verbannten.

Der zügige Radwechsel ging zügig ließ uns schnell die Fahrt vortsetzen - zwang uns jedoch durch die Blase auf der rechten Seite nicht zu schnell zu fahren. Wie bereits in vergangenen Jahren ereilte uns diese Panne an einem Samstag. Zum Glück herrscht hier eine andere Arbeitseinstellung, wo man auch nach der regulären Arbeitszeit und wie hier auch noch an einem Samstag technische Probleme gelöst bekommt.

Wir fuhren wieder auf der Altınyayla Ulaş Yolu bis zur Kayseri Sivas Yolu / D260 zurück und bogen diesmal richtig nach rechts ab. Warum unser Navigationsgerät nicht hinter Yağdonduran der 6 km kürzeren Deliktaş Bucağı Yolu nach Kangal folgen ließ, wussten wir nicht, sondern ließ uns der Kayseri Sivas Yolu / D260 / D850 geradeaus weiter folgen.

Kangal Kalesi

Nun kamen noch einmalStraßenbauarbeiten auf uns zu, die ein Teilstück der D260 sperren ließ. So fuhren wir der D850 etwa 6 km weiter und bogen dann links auf die D855 ab, die uns wieder auf die D260 führte, was ein Umweg von zusätzlichen 7 km bedeutete.

Eigentlich hatten wir die Burg Kangal Kalesi nicht in unserer Reiseplanung gehabt, - da wir aber unmittelbar auf das überaus auffällige Bauwerk vorbei fuhren, er wähnen wir die mit Hintergrunderläuterungen dennoch. Uns reichte dabei ein Foto von unten, nachdem wir schnell ein Foto von innen im Internet fanden.

Kangal Kalesi

Üzeyir Gençdoğmuş wurde 1993 als Militäroffizier gemartert und auf dem Bezirksfriedhof von Kangal beigesetzt. Nachdem der Märtyrer begraben worden war, wurde festgestellt, dass das Licht von dem Ort, an dem sich das Grab des Märtyrers befand, auf den als Märtyrerhügel bekannten Ort reflektiert wurde. Daraufhin wurde beschlossen, für jeden Märtyrer auf dem Hügel eine türkische Flagge zu errichten.

Kangal Kalesi

 

Später beschloss der Bürgermeister von Kangal, Mehmet Öztürk, aufgrund der ständigen Reflexion des Lichts, auf einem Treffen mit den Menschen des Bezirks eine Burg auf dem Märtyrerhügel zu errichten. Die Gemeindeteams, die damit begonnen hatten, bauten in 2,5 Monaten auf einer Fläche von 2.500 Quadratmetern eine künstliche Burg für die Märtyrer, so das Gerücht der Öffentlichkeit. In der 4,5 Meter hohen Burg wurden neun 9 Meter lange Türme errichtet und 22 Flaggen für die Märtyrer gepflanzt.
Quelle: sivasagel.com

Die Staatsstraße D260 führte uns nicht durch Kangal, wie in Google Maps angezeigt wird, sondern führte uns südöstlich herum. Daben nahmen wir an, dass wir die D850 vorher verlassen naben - nun führt eine zweite D850 ausgeschildert nach Malatya.

Balıklı Kaplıca, Kangal-Kavak

 

An dieser zweiten Trennung von der D850 war zu der Ausschilderung nach Divriği ein braunes Schild mit der Aufschrift "Balıklı Kaplıca 14 km". Es machte uns zwar neugierig - konnten uns mit den aktuellen Reifenproblemen keinen Abstecher leisten und fuhren weiter nach Divriği - beschreiben es dennoch, da es durchaus interessant ist.

Balıklı Kaplıca

Das weltberühmte Fisch-Spa Kangal Balıklı Hot Spring gilt als das einzige natürliche Behandlungszentrum für Psoriasis weltweit. Diejenigen, die aus der Türkei und dem Ausland in das Spa kommen, behandeln und heilen teilweise im einzigen natürlichen Heilbehandlungszentrum mit den "Doktorfischen" Psoriasis in diesen Wasser, da sie die einzige Art von Fisch ist in der Welt, die bei 37 Grad leben können.

D260 - Sivas Divriği Yolu

 

 

 

So folgten wir der D260 Richtung Divriği. Gern fotografiere ich wie hier hochgeladene Fahrzeuge, wie sie in Deutschland auf keinen Fall auf den Straßen gelassen werden, ohne die Ladung nach deutschen Normen zu sichern.

D260 - Sivas Divriği Yolu

 

 

 

 

 

D260 - Sivas Divriği Yolu

 

 

 

 

 

 

 

 

D260 - Sivas Divriği Yolu

 

 

 

 

Durch die Panne an beiden Vorderrädern suchten wir in Divriği eine Vulkanisierwerkstatt auf, um unsere "dringlichsten" Probleme zu lösen. Links hatten wir ja das Reserverad montiert - die große Blase, die es aus dem rechten Vorderrad stimmte uns schon bedenklich und fuhren in einer sehr sorgsamen Fahrt nach Divriği. Unmittelbar hinter dem Orteingangsschild fanden wir sofort eine Werkstatt, die den Schaden begutachtete und uns informierte, dass das Problem in zwei Stunden gelöst sein wird. So verschoben wir unser erstes Ziel, das Hüseyin Gazi Türbesi, welches wir erst am nächsten Tag besuchten. Der Weg dorthin mit unserer schlechter Bereifung ließ uns keine andere Wahl. So war unser erstes Ziel - eine Aurowerkstatt mit Reifenservice. Unmittelbar am Ortseingang war auf der rechten Seite ein kleines Gewerbegebiet mit mehreren Kfz-Servicewerkstätten. Eine Werkstatt in der ersten Reihe verwies uns auf die zweite Reihe - zur Kfz-Reparatur und -Wartung Gencay Oto.

Divriği / Tephrike

Divriği mit Blick auf die Burg

 

Divriği liegt an einem sanften Hang am Südufer des Flusses Çaltısuyu, einem Nebenfluss des Flusses Karasu. In Divriği befindet sich die Große Moschee des UNESCO-Weltkulturerbes und das Krankenhaus von Divriği. Während der byzantinischen Zeit war die Stadt als Tephrike / Τεφρική / Տեւրիկ bekannt.

Tephrike wurde während der Regierungszeit von Kaiser Basil I. vom Byzantinischen Reich gefangen genommen und vorübergehend Leontokome (nach Kaiser Leo VI. ) genannt und zu einem Thema gemacht. Es wurde ca. gegründet. 850 von Karbeas, dem Anführer der Paulizianer, einer ketzerischen armenischen Sekte, die an einer dualistischen Kosmologie festhielt. Die Paulizier befestigten es und nutzten es im 9. Jahrhundert als Zuflucht und Hauptstadt ihres Staates. Im frühen elften Jahrhundert war die Stadt Teil des Territoriums, das dem armenischen König Seneqerim-Hovhannes von Vaspurakan im Austausch für sein Land in gegeben wurdenVaspurakan.

Um 1071, nach der Schlacht von Manzikert (heutiges Malazgirt), wurde Divriği unter die Kontrolle des Sultanats Rûm gebracht. Eine mittelalterliche Burg mit Überresten aus dem 13. Jahrhundert befindet sich auf einem steilen Hügel mit Blick auf die Stadt. Das Gebiet wurde einige Zeit nach der Schlacht von Manzikert von einem turkmenischen Krieger namens Mengujek Ghazi erobert.

Araplı Türbesi, Divriği

In den Jahren 1228–29, als Divriği unter der Herrschaft der Mengujekiden stand, gab der örtliche Herrscher Ahmedshah eine Moschee (Divriği Ulu Camii) in Auftrag, die größtenteils intakt ist. Die Moschee, zusammen mit dem angrenzenden Krankenhaus (Darüşşifa), sind auf der UNESCOs Welterbe - Liste aufgrund der exquisiten Schnitzereien und Architektur der beiden Gebäude.

Der Komplex gilt als eines der wichtigsten Architekturwerke in Anatolien. Besonders die geometrischen und floral gemusterten Reliefs an der Haupttür stoßen auf großes Interesse.

Gencay Oto

In der Kfz-Reparatur und -Wartungswerkstatt Gencay Oto angekommen, bemühte sich gleich ein Monteur um unsere Probleme. Er stellte sofort fest, dass zwei neue Vorderreifen von Nöten sind und veranlasste sofort deren Beschaffung,denn es war bereits kurz vor 16 Uhr und das noch an einem Samstag. Der Chef der Werkstatt sicherte zu, dass wir im Hotel einchecken können und einige Besichtigungen vornehmen sollten und vor 18 Uhr das Fahrzeug zur Reifenmontage erneut vorstellen. So setzten wir unsere geplante Reise mit der Grabstätte Araplı Türbesi fort.

Arap Baba / Araplı Türbesi

Araplı Türbesi, Divriği

Es gibt keine Aufzeichnungen, die Auskunft über das Errichtungsdatum und Bauherr, der die Grabstätte Arap Baba / Araplı Türbesi errichtet hat. Das Gebäude ist auf das vierte Viertel des XIV. Jahrhunderts datiert.

Das Grab von Araplık wurde von innen und außen als Achteck geplant. Wenn man sich ähnliche Beispiele ansieht, kann man sich vorstellen, dass das Grab, dessen obere Abdeckung zerstört ist, innen mit einer Kuppel und außen mit einem Kegel bedeckt ist. Nach Osten öffnet sich ein Fenster. Es gibt keine andere Öffnung als diese. Obwohl im Norden des Gebäudes eine Moschee erwähnt wird, gibt es heute keine solche Struktur.

Auf dem Grabkörper befindet sich keine Dekoration. Am Eingang und am Westfenster sind geometrische Motive und geschnittene Bögen zu sehen.

A'yan Ağa Konağı, Divrigi

 

 

 

 
 

A'yan Ağa Konağı

Das Ayanoğlu-Herrenhaus, eines der schönsten Beispiele der Divriği-Zivilarchitektur, das sich vom 12. bis zum 19. Jahrhundert weiterentwickelte, macht vor allem durch seine Holzarbeiten in Gebäudedetails auf sich aufmerksam.

Es wird geschätzt, dass das große Ayanağa Herrenhaus um 1838 gebaut wurde. Das Herrenhaus wurde von Mehmed Ağa, dem Sohn von Karamahmud, erbaut. Das Gebäude ist trotz der Zerstörung eines der bemerkenswertesten alten Häuser von Divriği. Neben lokalen Meistern arbeiteten auch Meister aus Sivas und Trabzon am Bau. Das Gebäude, das heute acht verschiedene Türnummern hat, wurde ursprünglich als ein einziges und vollständiges Herrenhaus gebaut.

Kösk Otel, Divrigi

Der Selamlık besteht aus drei Hauptabschnitten: dem 'Mabeyn', der hinten zum Innenhof zeigt, und dem Harem, der sich hinten entlang der Gasse erstreckt. Diese ursprüngliche Grundrissform konnte jedoch nicht erhalten werden und heute wurde nur ein Teil des Selamlık-Abschnitts restauriert und für Besucher geöffnet. Diese drei Abschnitte sind durch Hallen, Korridore und Türen im unteren und oberen Stockwerk miteinander verbunden, aber diese Einheit und Verbindung hat bis heute nicht überlebt. Die Innenhöfe sind ebenfalls durch eine Trennwand getrennt. Der größte Schaden ereignete sich an der Verbindung zwischen Selam- und Tempelwohnungen, dem großen Diwanhane und vier Räumen sowie der darunter liegenden Scheune.

Divrigi Kösk Otel

Durch die Nähe zu den historischen Sehenswürdigkeiten ist das Divriği Köşk Hotel mit seinem Servic eine optimale Unterkunft. Sie befindet sich 200 m von der historischen Divriği Ulu Moschee und weiteren Sehenswürdigkeiten, wie die Burg entfernt.

Tozkoparan (Tozkaldıran) Camii, Divrigi

 

 

Das Divriği Köşk Hotel besteht aus 10 Hotelzimmern. Jedes der komfortablen Zimmer verfügt über ein eigenes Bad, Handtücher, einen Haartrockner, einen Abstellraum, Bettwäsche, eine Minibar, einen Wasserkocher, eine Klimaanlage und ein Telefon. In der gesamten Anlage; Verschiedene Einrichtungen wie kostenloser WLAN-Internetzugang, 24-Stunden-Rezeption, täglicher Reinigungsservice, kostenloser Zeitungsservice in der Lobby, Gepäckschrank und Safe sind vorhanden.

Tozkoparan (Tozkaldıran) Camii

Um die Lehmziegelmoschee Tozkoparan Camii herum befindet sich ein alter Friedhof mit einem rechteckigen Walmdach. Da ein Teil des Außenputzes der Moschee abgeworfen wurde, werden Holzbalken zwischen dem Lehmziegel­mauerwerk beobachtet. Die anderen Teile des Minaretts mit einem einzigen Balkon, dessen Kanzel und Schuhe aus Lehmziegeln und Stein bestehen, sind aus Holz. Das Walmdach des Gebäudes, das durch Öffnen eines Fensters an jeder Fassade beleuchtet wird, ist mit Ziegeln im türkischen Stil und vom Typ Marseille bedeckt.

Emir Kemarettin Türbesi, Divrigi

Emir Kemarettin Türbesi

Die Grabstätte Emir Kemarettin Türbesi befindet sich in der Mitte des Garipler-Friedhofs in der Nähe der Moschee Ulu Cami. In der zweizeiligen Inschrift auf der Türnische: "Das Jahr 592 ist der 20. Tag des Monats Shaban" (19. Juli 1196). Dieses Datum sollte das Datum des Baus der Kuppel sein. Die andere Inschrift: "Der Sohn von Hacc-ul Harameyn Ruzbe, dem hochadligen großen Emir Hacib Kamare'd-din" ist geschrieben.

Emir Kemarettin Türbesi, Divrigi

 

 

 

 

 

 

 

Die Kuppel besteht aus braunem Kalkstein mit einem achteckigen Grundriss und einem spitzen Kegel. Sie hat keine Dekorationselemente, sie hat ein schlichtes Aussehen. Es gibt nur eine Dekoration im Türnischenbogen. Die Eingangstür zur Kuppel ist ein schlichter Schal.

Emir Kemarettin Türbesi, Divrigi

 

 

Unter dem geschnittenen Steinstrickkegel befinden sich kugelförmige Gruben, in denen noch Spuren von hell türkisblauen Fliesen zu sehen sind. Die Innenfläche der Kuppel ist achteckig und gewölbt. Im Inneren befinden sich drei Gräber ohne Inschrift. Die Einfachheit der Kuppel kann als Bescheidenheit interpretiert werden. Die Struktur ist solide. Es ist wichtig, dass sie eines der ältesten Beispiele für die traditionellen Zelte der anatolischen Türken ist.

Grabstein?, Divrigi

 

 

 

 

 

 

Gleich neben der Grabstätte war vermutlich ein einzeln stehender überdachter Grabstein.

Hamam-i bâlâ / Bekir Çavuş hamamı (Yüsek Hamam), Divrigi

Nur wenige Meter weiter waren die Ruinen des Bekir Çavuş Badehauses.

 

 

Hamam-i bâlâ / Bekir Çavuş hamamı (Yüsek Hamam)

Während die historische Divriği-Ulu-Cami mit Krankenhaus gebaut wurde, ließ man direkt neben der Moschee das Badehaus Hamam-i bâlâ / Bekir Çavuş hamamı (Yüsek Hamam) errichten, damit die Menschen beim Bau dieses heiligen Tempels auch eine Waschung durchführen konnten. Dieses Badehaus wurde Bekir Çavuş hamamı (Sergeant Bekir Bad) genannt, weil die Person namens Bekir ihr Sergeant war. Da es ein großes Bad war wurde es Hamam-ı Bâlâ (Yüksek hamammış) genannt. Es sind leider nur noch Trümmer zu sehen, die dennoch ein Bad erkennen lassen. Die hier typische Badekultur gibt es schon seit Jahrhunderten. Leider verschwindet sie jedoch heute zusehens.

Hamam-i bâlâ / Bekir Çavuş hamamı (Yüsek Hamam), Divrigi

 

 

 

 

 

 

 

 

Es gibt Bräuche wie das Gelin hamamı, die kaum bis gar nicht mehr gelebt werden. Bei diesem Ritual gehen die Braut und ihre weiblichen Angehörigen und Freundinnen gemeinsam ins Hamam und waschen sich gemeinsam für die Hochzeit. Die einstige Tradition war, dass die Bräutigamfamilie am Tag vor der Kına Gecesi, die Braut zusammen mit ihren engsten weiblichen Verwandten und Freundinnen sowie ihren eigenen weiblichen Verwandten ins Hamam einluden, wobei die Braut von der Bräutigamfamilien ein Bohca als Geschenk erhielt.

Divriği Ulu Cami Ve Darüşşifası

Es enthielt alle Hamam Utensilien, die die Braut auch benötigt, wie Handtücher, ein Hamam-Tuch, Hamam-Tasse, Seife sowie Henna für ihre Haare. Die Gäste gingen natürlich nicht leer dabei aus. Bei der Begrüßung im Hamam erhielten sie als Geschenk eine edle Seife mit der Einladung zur rituellen Waschung. Mittelpunkt ist dabei natürlich die rituelle Waschung der Braut durch ihre weiblichen Angehörigen. Ich bat die Columnistin Hülya Aslan als ehemalige Bewohnerin von Divriği wertvolle Hinweise über die hier in Divriği durchgeführte Braut-Badekultur (Gelin hamamı) zu geben - es kam aber keine Antwort.

Wir gingen etwas über 100 m in südöstlicher Richtung der Ulu Cami Cd. bergauf und erreichten die von weithin sichtbare Moschee, die leider großteils mit Gerüste und Absperrungen die Sicht verdeckte.

UNESCO Welterbe - Divriği Ulu Cami Ve Darüşşifası

Divriği Ulu Camii ve Darüşşifası /
Ahmed Şah - Turan Melek Külliyesi

Das UNESCO-Kulturkomitee stellte 1985 fest, dass die erste "Welterbe" -Liste ausgewählter Vermögenswerte aus der Türkei 3 (andere auf der historischen Halbinsel Istanbul und Kappadokien) eine der Divrigi Turan Melek Ahmed Shah Complex ist. Diese Arbeit wurde in der ersten Registrierungsliste der Welt auf Platz 144 eingestuft.

Der älteste und wertvollste Divriği-Komplex auf der Achse der islamischen Zivilisationen, der sich von der Alhambra in Spanien (14. Jahrhundert) bis zum Taj Mahal in Indien (17. Jahrhundert) erstreckt, ist ein Meisterwerk unserer eigenen Kultur und der islamischen Welt. Es repräsentiert das Niveau der türkischen Architekturskulptur im 13. Jahrhundert. Es ist das einzige Denkmal aus der anatolischen Seldschukenzeit, das mit seiner ursprünglichen Struktur erhalten geblieben ist.

Dieser Gebäudekomplex, bekannt als Divriği Ulu Moschee und Krankenhaus, besteht aus einer Moschee, einem Krankenhaus und einem Grab. Er wurde während der Zeit des Fürstentums Mengücek im anatolischen seldschukischen Staat erbaut. Süleyman Şahs Sohn Ahmet Şah und seine Mutter Fatima Hatun bauten die Cuma-Moschee, das Hauptgebäude des Divriği-Komplexes, und Melike Turan Melek, die Tochter von Erzincan Meliki Behram Şah, baute den Abschnitt von Daüşşifa. Der Hauptarchitekt des Gebäudekomplexes, der 1228 begonnen und 1243 fertiggestellt wurde, ist Hürrem Shah, Sohn von Muğis, aus Ahlat.

Ein Bereich des Krankenhauses neben der Moschee wurde später in ein Mausoleum umgewandelt und als Martyrium bezeichnet. Dieser Ort hat keine separate Inschrift. Ahmed Şah ist aus den Inschriften und Gründungsunterlagen der Burg und der Moschee bekannt und es wird erfahren, dass er ein Zeitgenosse von Alaeddin Keykubad ist. Die Solidarität und Freundschaft zwischen dem großen Sultan und dieser kleinen Melik ist eine Vorhersage, die auf Inschrifteninterpretation und figurativen Symbolen basiert.

Das Werk von Mengücek in Divriği symbolisiert das Aufklärungszeitalter Anatoliens als erstes der prächtigsten Baudenkmäler des Nahen Ostens. Das Versagen der seldschukischen Sultane, in Sivas, Kayseri, Konya ein ähnliches oder künstlerischeres zu haben. Die Tatsache, dass sie der Divriği-Melik und seinem Cousin dieses Privileg verliehen haben, ist eine historische Ungewöhnlichkeit, die nicht beantwortet werden kann.

Divriği Ulu Cami Ve Darüşşifası

Die prächtigen Motive, insbesondere die Türen und Säulen, die in vielen Teilen des Komplexes zu finden sind und von den Meistern von Ahlat und Tiflis angefertigt wurden und die seltensten und schönsten Beispiele von Steinarbeiten widerspiegeln, ziehen die Aufmerksamkeit und Aufmerksamkeit der ganzen Welt auf sich. Ein weiteres Merkmal, das diese Arbeit anders und einzigartig macht, ist, dass keines der Zehntausende von Motiven in den Ornamenten aus der Ferne als symmetrisch angesehen wird, aber im Wesentlichen asymmetrisch ist.

Es ist die Manifestation der wunderbaren Harmonie und des Gleichgewichts verschiedener Wesen im Universum durch Gravur auf Stein. Dieses Meisterwerk, das durch seinen architektonischen Stil, das ausgewogene und harmonische Design seiner Ornament- und Abdeckungssysteme an Bedeutung gewinnt, steht ganz oben auf der Liste der weltweit sehenswerten Werke. Evliya Çelebi erklärte vor Jahrhunderten, dass Worte nicht ausreichen würden, um dieses faszinierende Werk zu beschreiben: "In Meth sind Sprachen unfruchtbar, der Stift ist gebrochen". Dieses prächtige Denkmal, das den Betrachter fasziniert, wurde von Kunsthistorikern mit Ausdrücken wie "Divriği-Wunder" und "Elhamra von Anatolien" beschrieben. Dieses Meisterwerk der islamischen Architektur, das 1985 von der UNESCO in die Liste des "Weltkulturerbes" aufgenommen wurde, steht ebenfalls unter dem Schutz der Präsidentschaft der Republik Türkei.

Große Moschee / Ulu Camii von Sivas Divriği

Die Ulu-Moschee ist ein Bauwerk mit einem rechteckigen Grundriss in Nord-Süd-Richtung, das vollständig aus geschnittenen Steinen gebaut wurde. Es gibt drei separate monumentale Tore in Nord-, West- und Ostrichtung, die den Ein- und Ausgang zur Moschee ermöglichen. Der Innenraum ist in fünfundzwanzig Einheiten unterschiedlicher Breite mit doppelseitigen Spitzbögen unterteilt, die achteckige Pfeiler verbinden. Die Vorderseite des großen Altars ist in Scheiben geschnitten, und der mittlere Teil ist mit einer ovalen Kuppel bedeckt. Die Kuppel des Mittelteils mit einer achteckigen Lichtlaterne ist mit einem achteckigen Pyramidenkegel bedeckt. Stern-, Plus- und Verbundgewölbe bildeten das Abdecksystem der anderen Einheiten. Bemerkenswert ist auch die königliche Loge im Südosten mit ihrer zusammengesetzten Gewölbeabdeckung.

Große Moschee / Ulu Camii von Sivas Divriği

Das Innere der Moschee ist im Vergleich zu den Türen einfach. Es ist möglich zu erwähnen, dass Einfachheit bevorzugt wird, damit die Menschen, die anbeten, nicht abgelenkt werden und die Ehrfurcht und der Frieden nicht gestört werden. Die Säulen an der Seite der Textiltür der Moschee wurden von Mimar Sinan während der Regierungszeit von Suleiman dem Prächtigen befestigt. Die dünnen Säulen an der Seite des Königstors sind original. In der Moschee befinden sich zwei Reliefkisten aus einem Stück Stein auf der Rückseite der Himmelstür. Die Menschen überließen ihre wertvollen Habseligkeiten und Ornamente auf dem Weg zu einem Ort dem Safe, und wenn sie zurückkamen, fanden sie sie, als sie sie verließen. Es gibt jedoch auch einen Wohltätigkeitsstein. Philanthropen würden ihre Almosen in diesem Stein lassen, und die Bedürftigen würden das nehmen, was sie brauchten. Diese Anwendung

Links auf der Rückseite des Himmelstors befindet sich ein Speer und ein Fackelmotiv, die mit Eisenoxidfarbe bemalt sind. Der Speer steht für Macht, die Fackel für Wissenschaft. Die Stalaktiten im Gewölbe über dem Himmelstor sehen aus wie Tränentropfen. Das Fenster zu den Gräbern im Krankenhaus auf der linken Seite des Mihrab stellt die Verbindung zwischen der Moschee und den Gräbern her.

Divriği Ulu Cami, Batı Kapı / Westtor

 

In der nordwestlichen Ecke der Moschee gibt es einen zylindrischen Körper und ein Minarett aus Quader mit einem Balkon. In der Inschrift steht, dass das Minarett 1565 vom osmanischen Sultan Kanunî Sultan Süleyman erbaut wurde. Es ist auch bekannt, dass das Innere der Moschee zu dieser Zeit repariert wurde.

Das Baugerüst hinderte uns, das historische Bauwerk tiefgründig zu besichtigen und auf Foto festzuhalten. In vielen Fällen konnten wir den Ausführungen unseres Guides folgen, die er per Laserpoint markierte - ein Foto davon zu fertigen war schwierig. Dank der unten genannten Internet-Seite konnte ich das linke und untere Bild verwenden.

Batı Kapı / Westtor

Divriği Ulu Cami, Batı Kapı / Westtor

 

 

 

 

 

 

Divriği Ulu Cami Ve Darüşşifası

 

 

Sie entspricht dem gleichen numerischen Wert, dh 66, in der numerologischen Berechnung. Die Aussage auf der dreizeiligen Inschrift an der Tür lautet wie folgt: "Ahmet Shah, Sohn von Şehinşah, Sohn von Süleyman Shah, hilfloser Diener, der Allahs Vergebung braucht, nur Melik, befahl 626 (1228 n. Chr.) Den Bau dieser Moschee, möge Allah sein Eigentum verewigen."

Divriği Ulu Cami Ve Darüşşifası

 

 

 

 

 

 

 

 

Divriği Ulu Cami, Batı Kapı / Westtor

Die Säulen rechts und links in der Tür sind Ausgleichssäulen. Das Wort Allah wird horizontal mit dem arabischen Originaltext in der rechten Balance-Spalte geschrieben, während das Wort Allah in der linken Spalte in einem abgewinkelten Stil geschrieben wird. Diese Säulen drehten sich bis zum Erzincan-Erdbeben 1939 in Richtung der Pfeile.

Divriği Ulu Cami, Batı Kapı / Westtor

Zwischen Mai und September, 45 Minuten vor dem Nachmittagsgebet, bildet sich am Westtor ein Schatten in Form einer menschlichen Silhouette.

Divriği Ulu Cami, Batı Kapı / Westtor

Diese Silhouette nimmt die Form des Schattens einer Person an, die zuerst den Koran liest, und wenn sich die Gebetszeit nähert, steht sie mit gefesselten Händen da. Abhängig vom Einfallswinkel der Sonnenstrahlen variiert der am Westtor reflektierte Schatten als männlich oder weiblich. Experten behaupten, dass diese Silhouetten, die sich sowohl an dieser Tür als auch an anderen Türen befinden, nicht das Ergebnis eines Zufalls sind, dass sie mit sehr umfassenden Kenntnissen der Physik und sehr feinen Berechnungen hergestellt werden können und das Geheimnis dieser Licht- und Schattenspiele bis heute nicht vollständig gelöst ist.

Divriği Ulu Cami, Batı Kapı / Westtor

Vor der Tür befindet sich rechts ein Doppeladler und links ein Doppeladler und ein Falke, des­sen Kopf nach vorne geneigt ist. Der Doppeladler ist ein Em­blem, das die anatolischen Seldschuken symbolisiert. Es steht für Macht, Adel und Freiheit. Der Falke mit nach vorne geneigtem Kopf ist das Symbol des Fürstentums Mengücek. Um die Loyalität und den Respekt des Fürstentums Mengücek gegenüber dem anatolischen seldschukischen Staat zu demonstrieren, wurde die Falkenfigur mit nach vorne geneigtem Kopf in den Stein eingraviert. Gleichzeitig liegt die Pfote eines Falken in der Luft. Dies ist ein Hinweis darauf, dass das Fürstentum seine Stärke gegen Unrecht und Ungerechtigkeit unter Beweis stellen kann.

Divriği Ulu Cami, Cennet Kapı / Himmelstor

Cennet Kapı / Himmelstor

Obwohl jede Tür eine andere Schönheit hat, ist dies in dieser Arbeit die prächtigste und prächtigste Tür. Obwohl das Tor Kale Kapı heißt, weil es zur Burg zeigt, das Nordtor, weil es nach Norden zeigt, und das Fluchtor, weil es als Eingangstor der Gemeinde dient, ist sein bekanntester und am häufigsten verwendeter Name das Paradies-Tor. Der Grund, warum diese Tür die Himmelstür genannt wird, ist, dass alle Motive darauf den Himmel darstellen.

Divriği Ulu Cami, Cennet Kapı / Himmelstor

 

 

 

 

 

 

 

Divriği Ulu Cami, Cennet Kapı / Himmelstor

 

 

 

 

 

 

Divriği Ulu Cami, Cennet Kapı / Himmelstor

 

 

 

 

 

 

 

Divriği Ulu Cami, Cennet Kapı / Himmelstor

Die Beschreibungen der einzigartigen Segnungen des Himmels in den Versen, die das im Koran erwähnte Paradies beschreiben, sind hier in den Stein eingraviert. Wenn es um das Paradies geht, das erzählt werden soll, waren die Motive, die es beschreiben, ebenso wunderbar und einzigartig. Die gesamte Tür wird mit einem Garten des Paradieses verglichen, und der Himmel und die Schichten des Himmels werden erklärt. An der Sterngrenze rechts der Ausdruck "Möge das Glück, die Souveränität und das Glück des gerechten Sultans ewig sein", In seiner Symmetrie ist der Text des Teils von Ayetü'l-Kürsi geschrieben, der bedeutet "Es gibt keinen Gott außer Allah, nur Er existiert". In der Inschrift am Gipfelpunkt steht "Sultanu'l-Größe während der Zeit von Alaeddin Keykubat, dem Stellvertreter des Kalifen". Da der Beylik, der diese Moschee baute, dem seldschukischen Staat angegliedert war, verherrlichte er den seldschukischen Sultan Alaeddin Keykubat, indem er den Namen des Sultans an die Spitze des Staates stellte, insbesondere am Paradies-Tor.

An der Tür stehen Lebensbaummotive und Rosetten, die die Ewigkeit ausdrücken. Das Baum des Lebensmotivs symbolisiert die Ewigkeit, das Leben nach dem Tod und das Paradies. Darüber hinaus wird die Hölle mit Motiven in Erinnerung gerufen, die unter Feuer brennende Kessel zeigen.

Divriği Ulu Cami Ve Darüşşifası

Während die Kessel mit Feuer unter Beschuss in anatolischen Seldschuken Symbole der Fülle und des Überflusses waren, wurden sie auch verwendet, um die Hölle an dieser Tür darzustellen. Es wird betont, dass die Hölle leer und der Himmel voller Schönheit ist, indem keine Motive in die Säulen eingraviert werden, die sich auf dem Kessel fortsetzen.

Darüşşifa Taç Kapı / Kronentür, Divriği

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Inschrift an der Tür ist einer der wertvollsten Teile dieses Gebäudes. Die Inschrift besteht aus fünf Hauptteilen, die in pflanzlichen Verzierungen geschrieben und in einem wunderschönen Rahmen platziert sind. In der Inschrift "Ahmet Shah, Sohn von Suleyman Shah, der Allahs Vergebung brauchte, befahl der hilflose Diener den Bau dieser Moschee in einem von 626 Hijri-Monaten" heißt es.

Darüber hinaus wird das "Rosen" -Motiv im Anfang der Inschrift und das "Nachtigall" -Motiv im letzten Teil der Inschrift ausgedrückt und der Zweck dieser Arbeit ausgedrückt: Unser Prophet Rose; Die Nachtigall symbolisiert seine Liebe zu Gott.

Darüşşifa Taç Kapı / Kronentür, Divriği

Darüşşifa Taç Kapı / Kronentür

Die Eingangstür von Darussifa, die eine prächtige Struktur aufweist, wird als „Kronentor“ bezeichnet. Auf dem inneren Giebel der Tür werden fünfeckige und achteckige Sternmotive verwendet, die Seldschuken symbolisieren. Die Sterne und Halbmonde an der Tür sind identisch mit dem Halbmond und dem Stern auf der türkischen Flagge.
 

Darüşşifa Taç Kapı / Kronentür, Divriği

Die Spalte, die das Fenster in zwei Teile teilt, ist die "Balance-Spalte". Der Chefarchitekt hat insgesamt drei Ausgleichssäulen in dem Komplex platziert, zwei an der Westtür im Moscheeabschnitt, abgesehen von der in dieser Tür. Die Gleichgewichtsspalten zeigen, ob die Moschee und das Krankenhaus im Gleichgewicht sind. Durch das Erdbeben in Erzincan im Jahr 1939 verloren sie ihre Rotationsfähigkeit. Sechseckige Sterne, die als Siegel Salomos bezeichnet werden, befinden sich in den Halbmonden auf der rechten und linken Seite der Gleichgewichtssäule im Kronentor.

Darüşşifa Taç Kapı / Kronentür, Divriği

 
In der dreizeiligen Inschrift in seldschukischem Thuluth unter der Spalte: "Fahrettin Behram Shahs Tochter Melike Turan, die hilflose Dienerin, die Allahs Vergebung braucht, befahl die gerechte Melike den Bau dieses Heilhauses in 626 H / 1228 M." Aussage ist enthalten. Auf den Blumenornamenten befinden sich rechts und links von der Tür menschliche Figuren in Form von Rosetten. Ihre Gesichter sind im Laufe der Zeit erodiert.

Darüşşifa, Divriği

Darüşşifa / Darussifa

In der Vergangenheit wurden Namen wie Krankenhaus, Bimarhane und Darüşşifa für die Gebäude verwendet, die den heutigen Krankenhäusern dienen. Das Divriği-Krankenhaus ist eines der ältesten und wichtigsten Krankenhäuser in Anatolien, das heute erreicht wurde. Der Şifahane wurde auch als Medresse verwendet, in der während der osmanischen Zeit positive und religiöse Wissenschaften vermittelt wurden.

Şifahane wurde nach der zentralasiatischen türkischen Bautradition erbaut und hat einen rechteckigen Grundriss in Ost-West-Richtung. Die Arbeit aus geschnittenem Stein hat einen geschlossenen Innenhof, drei Iwans, und der Westflügel hat einen doppelten Stock. Das bekannteste Abdecksystem ist das Sternengewölbe des Haupt-Iwan. Im Gebäude wurden auch Wiegen-, Spitz-, Spiegel-, Kreuz-, Kreuz- und Sterngewölbe verwendet. Der Innenhof ist in neun plusförmige Abschnitte mit einem doppelseitigen Torbogen in verzierte Säulen unterteilt. Der Mittelteil ist mit einem Tischlerei-Dach aus Glas und Eisen bedeckt, wo die Tonnengewölbe auf beiden Seiten durch einen achteckigen Rahmen mit einem Eckstein in der Mitte verbunden sind.

Während unserer Besichtigung war der Zutritt nicht möglich zu:

Darüşşifa İç Mekan / Indoor, Divriği Ulu Cami Ve Darüşşifası

Darüşşifa İç Mekan / Indoor

Das Innere des Krankenhauses, das in Form eines Allgemeinkrankenhauses geplant war, wurde zur Behandlung von psychischen und nervösen Patienten genutzt. Im Inneren befinden sich rechts und links Patientenzimmer, kleine Iwans und ein großer Iwan direkt gegenüber dem Haupteingang. Dem Chefarchitekten ist es gelungen, mit den Fächermotiven und Gewölben, die er im großen Iwan hergestellt hat, eine Akustik festzuhalten.

Darüşşifa İç Mekan / Indoor, Divriği Ulu Cami Ve Darüşşifası

 

 

 

 

Die Koranrezitation, die Aufführung von Sufi-Musik, die Geräusche, die das Wasser macht, während es in der Mitte in den Pool fließt, und die Entladung aus dem Pool sind einige der Methoden, die bei der Behandlung von geistigen und nervösen Patienten angewendet werden. Diese Stimmen wurden ebenso wie die Patienten, die im Krankenhaus untergebracht waren, in die Patientenzimmer rechts und links des Krankenhauses übertragen, und die Behandlung der Patienten wurde bereitgestellt. Die Decke des großen Iwan wurde mit einem spiralförmigen Trapezsystem gebaut und ist ein Beispiel für ein Gewölbe, das heute nicht gelöst wurde. Chefarchitekt bis zu einem Punkt, an dem sein Name im Krankenhaus nicht mehr leicht zu erkennen ist; Er stickte einfach auf den Kopf des östlichen Bogens mit dem großen Iwan-Gewölbe und betete, dass seine Arbeit das Schicksal sehen möge.

Türbe / Eingang zum Grab, Divriği Ulu Cami Ve Darüşşifası

 

Türbe / Grab

Die Gräber von Ahmet Şah, seiner Frau Turan Melek und seiner Familie befinden sich im Raum links vom großen Iwan. An der Tür des Grabes befindet sich ein Motiv mit Sufi-Symbolen. Der obere Teil des Motivs sieht aus wie ein Sargdeckel. Als Ganzes betrachtet ist das Motiv eine Waage, auf der Herzen auf ihrer Waage gewogen werden. Ein umgekehrtes Herz wird auch an der Stelle platziert, an der sich die mittlere Balance-Leiste der Balance trifft. Die Botschaft, die hier gegeben werden soll, lautet wie folgt: „Wir sind von dieser Welt gestorben, und du wirst sterben.

Türbe / Grab, Divriği Ulu Cami Ve Darüşşifası

 

 

 

 

 

Diese Welt ist ein Ort der Prüfung und der Ort, an dem Sie sie als Gegenleistung sehen werden, ist das Jenseits. Bereite dich auf diesen Tag vor. Es gibt eine Waage, auf der Ihre Taten gewogen werden, aber Ihr Eigentum in der Welt wird nicht auf diese Waage gelegt, die Dinge, die auf die Waage gebracht werden, sind das, was in Ihren Herzen ist. Gut oder Böse, richtig oder falsch, wenn der Mensch auf der Welt ist Es begeht eine der Optionen wie Belohnung oder Sünde. Wenn ein Mensch dabei das Gleichgewicht im Gleichgewicht hält und sein Herz sich Gott zuwendet, sollte er keine Angst vor dem Sterben haben. "

Minber / Kanzel, Divriği Ulu Cami Ve Darüşşifası

 

 

Minber / Kanzel

Die Kanzel aus Ebenholz, der langlebigste Baum der Welt, ist die gleiche wie die Moschee und bewahrt noch immer ihre Originalität und wird heute verwendet. Unter den Minbars, die während des anatolischen seldschukischen Staates gebaut wurden, ist es eines der Meisterwerke der Kundkari-Technik. Der Meister, der die Kanzel baute, verwendete Holznägel an den Verbindungspunkten der Kanzel und Eisennägel an den Stellen, an denen er die Festigkeit erhöhen und die Köpfe dieser Nägel verstecken wollte. Diese Kanzel ist eines der wichtigsten Werke, in denen vier Stile der Holzbearbeitung nebeneinander existieren. Obwohl es zeitgenössische Ähnlichkeiten in Bezug auf seine allgemeine Form und Dekoration aufweist, ist es ihnen in Bezug auf die Fülle an Reliefschriften voraus. Die Inschriften auf der Kanzel enthalten 21 arabische Texte, von denen 3 Inschriften und 18 Verse und Hadithe sind.

Der Meister der Minbar, die in etwa 12-13 Jahren gebaut wurde, war in den zwölfeckigen Stern an der Seite des Mihrab eingraviert.

Mihrap / Altar, Divriği Ulu Cami Ve Darüşşifası

Mihrap / Altar

Der große Steinaltar ist ein einzigartiges Werk, dessen Form und Dekoration an eine Schlosstür oder eine Palasttür erinnert. Der Mihrab ist eine spitz gewölbte Nische, die durch die tiefen und großen Formteile der Rumi-Figuren an den Türen bemerkenswert wird. Obwohl im Allgemeinen Einfachheit beobachtet wird, wurde der obere Teil des Mihrab aus Augenhöhe in drei Dimensionen verarbeitet. Umgekehrte und hohle Herzen befinden sich im unteren Teil der Stickerei, umgekehrte, aber gefüllte Herzen in der Mitte, und ein Tulpenmotiv befindet sich in der Mitte der Elfen des Wortes Allah oben. Alle Herzen auf dem Altar sind dem Wort Allahs treu. Die Tatsache, dass Allah nahe stehende Herzen mit dem Licht Allahs erfüllt und entfernte Herzen leer gestickt sind, ist eine Ausdrucksform, die die Beziehung zwischen dem Diener und Allah symbolisiert. In der Kuppel über dem Bereich vor dem Mihrab befinden sich vier kleine Fenster. Drei von ihnen sind genial durchdachte sternförmige kleine Fenster, die im Morgengrauen die ersten Lichter des Tages in Form eines Morgensterns liefern.

Şah Kapısı / Königstor, Divriği Ulu Cami Ve Darüşşifası

 

 

Şah Kapısı / Königstor

Diese Tür befindet sich im östlichen Teil der Moschee und wirkt bescheiden im klassischen seldschukischen Stil. Es ist die Tür, die zu dem Teil der Moschee geöffnet wird, in dem nur das Skelett übrig bleibt und den der König am Eingang der Moschee verehrte. Es hat die gleiche Funktion wie die Tore, die im Osmanischen Reich "Sultans Tür" genannt werden. Der Zweck, die Tür kleiner als die Größe eines Menschen zu machen, besteht darin, das Bewusstsein der Demut und Knechtschaft im Menschen zu offenbaren und zu betonen, dass sich der Schah vor Allah allein verbeugen wird. Die Tore und Sultane des Sultans wurden gebaut, um den Sultan oder die Herren nicht von der Gemeinde zu isolieren, sondern um sie vor möglichen Attentaten und Angriffen zu schützen. Auf der Inschrift an der Tür steht der Vers "Mulk gehört Kahhar und derjenige, der Gott ist", als wollte er den Schah jedes Mal, wenn er die Moschee betritt, an den wirklichen Besitzer des Grundstücks erinnern.

Quelle: http://www.sivas.gov.tr/divrigi-ulu-camii-ve-darussifasi

Wir verließen den Komplex Ahmed Şah - Turan Melek Külliyesi und folgten den westlich verlaufenden Pfad, der zu einer unbefestigten Straße führte.

Divriği Mengücek Kalesi, Divrigi

 

 

 

 

 

 

 

Divriği Ulu Cami

 

 

Unterwegs konnten wir noch einmal einen Blick unter der Stahlkonstruktion auf dem Dach machen.

Divriği Ulu Cami

 

 

 

 

Lageplan, Divriği Mengücek Kalesi, Divrigi

 

 

 

 

 

Nach 450 m erreichten wir die Löwenbastion, wo wenige Meter links ein provisorischer Zugang zum Burginneren geschaffen wurde. Man kommt da nur in bebückter Haltung durch. Eine große Informationstafel in türkischer und englischer Sprache mit Lageplan stimmte uns eigentlich auf eine gute touristische Erschließung ein, was sich aber während der inneren Besichtigung schnell änderte.

Divriği Mengücek Kalesi

Die Burg Mengücek Kalesi ist eines der ältesten Bauwerke in Anatolien und wurde während der türkischen Zeit erneuert. Die Burg befindet sich auf einer hohen Klippe am Rande der Klippe mit Blick auf das Çaltı-Tal im Norden der Stadt Divriği. Es ist nicht genau bekannt, wann und von wem Divriği als Stadt gegründet wurde, die auf die Hethiter zurückgeht.

Divriği Mengücek Kalesi, Divrigi

Divriği war eine Pufferzone während der Kämpfe mit Sassaniden und Arabern während der byzantinischen Zeit. Die Divriği-Burg war der wichtigste Außenposten von Byzanz nahe der Grenze zwischen Sâsani und Abbasi. Sie war in der Vergangenheit Schauplatz byzantinisch-sassanidischer und später byzantinisch-arabischer Kämpfe und somit in diesen Kämpfen auch eine Pufferzone zwischen Byzanz und Arabern. Beide Seiten schufen solche Orte untereinander, manchmal unter dem Namen Niemandsland. Sie betrachteten diese Orte auf diese Weise als die effektivsten Verteidigungsorte gegen den Feind.

Divrigi wurde zu einer extremen Stadt, in der Pavlicans lebten - eines der ärgerlichen Völker des Reiches des 9. Jahrhunderts - nachdem sie vollständig unter byzantinischer Herrschaft standen. Sie wurde nach Byzanz von den Türken erobert. Die Turkmenen von Mengücek Gazi eroberten nach dem Malazgirt-Sieg nach einigen Wochen Belagerung die Burg auf einem steilen Hügel und übergaben sie Emir Mengücek Gazi.

Divriği Mengücek Kalesi, Divrigi

Wenn wir uns die Karte ansehen, auf der Anatolien im IX. Jahrhundert in Themen (Provinzen) unterteilt war, sehen wir Divrigi als die letzte Grenze von Byzanz. Die hier vorhandene Burg Divriği (Tephrike) wurde zum wichtigsten Außenposten von Byzanz nahe der Grenze zwischen Sâsani und Abbasi.

Es ist nicht bekannt, wann und von wem Divriği als Stadt gegründet wurde, die auf die Hethiter (um das 2. Jahrtausend v. Chr.) zurückgeht. Alte Aufzeichnungen beschreiben die Geschichte der Stadt mit den Pavlicians in der Mitte des IX. Jahrhunderts. Divriği war das wichtigste Zentrum der Pavlikianer. Der byzantinische Kaiser Leon VI. (866–912) organisierte eine Expedition gegen die Pavlicians und eroberte das Gebiet und verbannte die meisten Menschen. Es ist nicht genau bekannt, wann die türkische Herrschaft in der Region Divriği begann. Der byzantinische Kaiser Romanos Diogenes († 1072; von 1068 bis 1071 byzantinischer Kaiser)., der am 13. März 1068 erstmals auf die Türken in der Region traf, stieß sie jedoch zurück.

Es gibt keine genauen Informationen darüber, wann die Menschen in Mengücek aufgrund der unzureichenden Ressourcen dieser Zeit begannen, diese Provinzen zu regieren. Nach allgemeiner Überzeugung beauftragte Sultan Alparslan, der den Malazgirt-Sieg errungen hatte, Mengücek Gazi mit der Eroberung der Täler des oberen Euphrat und der Flüsse Çaltı. Mengücek Gazi, der Offizier bei der Eroberung der genannten Orte war, nahm zuerst Kemah und machte es später zu einem Zentrum. Er eroberte die Städte Erzincan, Şebinkarahisar und Divriği und gründete den Mengücekliler (1072).

Divriği Mengücek Kalesi, Divrigi

Die Turkmenen von Mengücek Gazi eroberten nach dem Malazgirt-Sieg nach einigen Wochen Belagerung die Divriği-Burg auf einem steilen Hügel und übergaben sie Emir Mengücek Gazi. Eine andere Ansicht ist, dass Divriği 1092 unter türkische Herrschaft geriet und Mengücek Gazi diese Region zu Lebzeiten der Herrschaft seines Sohnes Isaac überließ. Nach dieser Ansicht wurde Divriği Mengüceklileri 1095 gegründet. Als die Menschen in Mengücek zum ersten Mal in die Region kamen, wanderte die Mehrheit der Menschen nach Westen aus, und der Rest verließ die Region nicht, indem er die Stärke der Burg Divriği ausnutzte. Als die Burg eingenommen wurde, kam ein Zweig der Familie Mengücek, der in Erzincan lebte, nach Divriği und ließ sich hier nieder. Einige dieser Städte, die die Mengücekiden aus Byzanz nahmen, waren voller byzantinischer Ressentiments. Dies waren Grenzstädte für Byzanz. Diejenigen, die dem byzantinischen Staat sowohl aufgrund administrativer als auch sektiererischer Differenzen widersprachen, suchten Schutz in Städten wie Divriği und Kemah. Nachdem Mengücek Gazi nach Anatolien gekommen war, eroberte er die Städte auf der Linie zwischen dem Süden von Erzincan und Divriği, indem er die byzantinische Verwirrung ausnutzte.

Divriği Mengücek Kalesi, Divrigi

Mengücek kann sein Leben fast sein ganzes Leben lang unter der Herrschaft der seldschukischen Türkei fortsetzen. Der wichtigste Beweis dafür, dass die Mengücek ihnen untergeordnet waren, ist, dass der Name Alaeddin Keykubâd I. (Ala ad-Din Kai Kobad I. / علاء الدين كيقباد; † 1237 -Sultan der Rum-Seldschuken 1220-1237) in der Divriği-Moschee erwähnt wird. Ein weiterer Grund ist, dass die Namen der seldschukischen Sultane auf den Münzen zu finden sind.

Die Divriği-Burg, die vermutlich in der oströmischen Zeit erbaut wurde, ist eines der wichtigsten Militärgebäude des mittelalterlichen Anatolien. Es gibt nicht viele detaillierte Informationen über ihre militärischen Strukturen. Einige seiner Teile der Burg, die vermutlich von den Pavlikans im IX. Jahrhundert erbaut wurde, wurden 1097 von Mengücekli Süleymanşah wieder für den Aufbau verwendet, nachdem sie von den Türken erobert worden war. Sie wurde in einem Gebiet erbaut, in dem die reichsten Eisenminen Anatoliens schwer zugänglich sind. So ist die heutig erhaltene Form dieser Burg in einem felsigen Gelände am Hang mit Blick auf den Fluss Çaltı aus der Zeit von Mengücekoğulları. Mengücek (auch Mengüçlü oder Mengujek) war ein türkisches Beylik (Fürstentum) in Anatolien, das nach der Schlacht von Manzikert (1071) entstand. Die nach ihrem Gründer Mengücek Gazi benannte Dynastie beherrschte bis ins 13. Jahrhundert ein Gebiet am oberen Euphrat. Er war wahrscheinlich einer der Generäle, die vom Seldschukenherrscher Alp Arslan gesandt wurden, um die anatolischen Gebietsgewinne nach der Schlacht von Manzikert zu sichern.

Divriği Mengücek Kalesi, Divrigi

In der Schlacht bei Manzikert (heute Malazgirt, nördlich des Vansees gelegen) unterlag der byzantinische Kaiser Romanos IV. Diogenes am 26. August 1071 den türkischen Seldschuken unter Alp Arslan. Das Beylik wurde später nach dem Tod seines Sohnes Emir İshaks in 1142 in zwei Linien aufgeteilt, deren Hauptstädte Erzincan und Divriği waren. Die Linie in Erzincan wurde 1228 von den Rum-Seldschuken unter Kai Kobad I. unterworfen, während die Linie in Divriği 1277 von den Ilchanen unterworfen wurde. Mit Ende des Fürstentums Mengücekoğulları im Jahr 1277 schloss sich Divriği den osmanischen Grenzen bis 1516 an. Kara Yülük Osman Bey, der 1380 auf der Burg Divriği stationiert war, kehrte auf die Burg Divriği zurück, nachdem er Sivas Sultan Kadı Burhaneddin während der Schlacht von Karabel (1399) besiegt und getötet hatte.

Während der Regierungszeit von Mengücekli Melik Salih wurden die Teile der Divriği-Burg, die vor allem nach der mongolischen Invasion 1243 zerstört wurden, repariert und die restlichen Teile fertiggestellt. Während dieser Reparatur wurden der Burg neue Bastionen hinzugefügt. Die Reparaturinschrift vom 7. Oktober 1252 wurde ebenfalls von Melik Salih in den großen Turm der Burg gestellt. Abgesehen davon befinden sich Inschriften an den Toren der Burg mit den Daten 1236-1237 und 1242-1243. Die Divriği-Burg, die nur sehr wenige Spuren von Ausländern aufweist und größtenteils den Mengücek gehört, ist vielleicht die erste türkische Burg, die in Anatolien erbaut wurde.

Divriği Mengücek Kalesi, Divrigi

Der östliche und nördliche Teil der Burg ist die Küste des Çaltı-Baches mit steilen und tiefen Klippen. Daher gibt es auf diesen Seiten der Burg keine Mauern - ist jedoch vom Çaltı-Bach über lange Steintreppen zu erreichen. Die Tatsache, dass es auf unebenem Gelände errichtet wurde, erleichterte seine Verteidigung. Die Burg besteht wie in anderen türkischen Städten aus Innen- und Außenbereich.

In der Burg, die normalerweise einen schrägen Boden hat, befinden sich die Wände der inneren Burg an diesem Hang. Einige Teile der Burgmauern sind bis heute erhalten. An den verbleibenden Wänden befindet sich die Bastion "Löwenturm". Im oberen Teil dieses Zeichens befinden sich zwei Löwenkopfskulpturen. Abgesehen davon blieben bis heute zwei Wasserzisternen, zwei auf dem Bogen errichtete Räume (muss ein Arsenal sein) und die Festungsmoschee erhalten.

Während die Mauerlänge der äußeren Festung 1 km beträgt, erreicht die der inneren Festung 1,5 km. Die Süd-Nord-Spannweite der Burg beträgt 400 m - seine Ost-West-Breite beträgt 200 m. Die starken und hohen Mauern sind der Stadt Divriği zugewandt. Es gibt viele Bastionen an der äußeren und inneren Burgmauer. Die äußere Festung öffnet sich der Stadt durch zwei Tore in südwestlicher und westlicher Richtung. Im östlichen Teil des Schlosses sind die Mauern komplett aus Schutt gebaut. Die Höhe der Mauern liegt zwischen 5 und 8 Metern.

Divriği Mengücek Kalesi, Divrigi

Die südöstlichen Mauern, in denen sich die Löwenbastion befindet, sind von normalem Steinmauerwerk anstelle von Trümmern umgeben. Die Löwenbastion ist 8 Meter hoch und hat eine 10 Meter hohe Fassade. Selbst wenn die Mauern um die Löwenbastion zusammengebrochen sind, steht sie in ihrer ganzen Pracht hoch. Die Südwand beginnt unter der Löwenbastion und setzt sich nach Westen for, wo die höchsten Mauern sind. Die oberflächlich geschnittenen Steine ​​der östlichen Bastion sind erhalten geblieben, ohne sie ersetzen zu müssen. Die beiden Bastionen haben einen fünfeckigen Grundriss, von dem ein Loch durch einen Hohlraum unter der Burg zum Rand des Löwenturms reicht. Die Höhe der Stadtmauer beträgt hier 15 Meter.

Die inneren Burgmauern auf einer Linie, die von der Löwenbastion nach Norden führt, wurden bis auf einige Bastionssäulen und Körperfundamente zerstört. Das innere Burgentor soll sich in der Mitte befinden. Der wichtigste Verteidigungsort der Burg ist der Löwenturm. Das Eingangstor der Burg befindet sich an der Ecke, an der die Südwände enden und die Westwände beginnen.

Die Höhe des Bogenpfeilers an der Tür beträgt 9 Meter über dem Boden. Es gibt einen zweiten Türbogen, 1 Meter tief von diesem äußeren Bogen und viel tiefer als dieser. Das Innere des eingestürzten Bogens war mit grobem Schutt gefüllt. Die Tür an den Westmauern, die bis vor kurzem intakt war, liegt heute in Trümmern. Besonders der Giebel und der innere Bogen wurden zerstört. Der obere Bogen der Tür ist verfügbar. Die Inschrift auf der dreieckigen Bastion links von der Tür stammt aus der Mamluk-Zeit. Wenn man durch diese Tür eintritt, wird in den Quellen erwähnt, dass sich rechts eine Moschee befand. Die Mauern nördlich der Burg sind niedriger und schwächer. Es gibt zwei Höhlen an der Nordwand. Die folgende heißt "soğuk mağaraı / kalte Höhle". Die Höhle oben ist der Felsentunnel, der heimlich der Burg Platz macht. Abgesehen von diesen gibt es Spuren von Wasserzisternenruinen und Hausfundamenten in der Burg.

Divriği Mengücek Kalesi, Divrigi

In der Burg Divriği gefundene Reparaturinschriften Ahmetşah baute nicht nur die Große Moschee, sondern trug in vielerlei Hinsicht zur Entwicklung seines Landes bei, indem er Wasserkanäle, Straßen und viele Wohltätigkeitsorganisationen baute. Außerdem ließ er die Mauern der Divriği-Burg reparieren, insbesondere aufgrund der sich nähernden mongolischen Gefahr, und machte ihn zu einer starken Burg gegen sie. Es gibt Inschriften über die Reparaturen, die er im Schloss durchgeführt hat.

Es gibt mehrere Inschriften von Ahmetşahs. Über dem Eingang steht auf einem 155 x 60 großen Stein am Ende der Tür der B-Tür in Großbuchstaben, die von Grenard mit einer schwachen zweizeiligen seldschukischen Stickerei veröffentlicht wurden:

Eines der Militärverteidigungsgebäude von Mengücekli:
المر بعمارة هذا الباب المبارك الملك العالم المادل المؤيد المظفر المنصور حسام الدولة والدين
“ابو المظفر احمد شاه بن سليمان شاه المحتاج الى عفو ربه فى ا اربع وثلثين وستمائة
"Der sachkundige und gerechte Melik, der Mächtige, Sieger, das scharfe Schwert des Staates und der Religion, das scharfe Schwert des Staates und der Religion, viele Siege und der Sohn von Suleymanşah, der die Vergebung des Herrn brauchte, befahl 634 (1236-1237) den Bau dieses heiligen Tores."

Divriği Mengücek Kalesi, Divrigi

 

Es gibt auch die folgende Inschrift in einer zweizeiligen Inschrift, von denen viele schwach sind, auf einem 55 x 50 Stein über der Tür:
في ايام دولة الملك العادل حسام الدنيا والدين ابو المظفر احمد شاه بن سليمان شاه بن شاهنشاه "
“نصير اميرالمؤمنين في تاريخ سنة اربعين وستمائة
"Gerechtigkeit Melik, das scharfe Schwert der Welt und der Religion, hat viele Siege, der Sohn von Şahinşah, der Sohn von Süleymanşah, ist der Assistent des Kalifen (Er) in der Regierungszeit von Ahmetşah. Seine Zeit beträgt 640 Jahre (1242 - 1243) “.

Divrigi litt auch unter der Niederlage des Kösedağ-Krieges und die Mongolen, die vor ihnen auf die Burg kamen, verwandelten diese Orte in Ruinen. Die Region geriet mit den Seldschuken unter mongolische Herrschaft. Sein Sohn Melik Salih, der nach Ahmetşah das Volk der Mengücek übernahm, ließ die fehlenden Teile der Burg und die während der mongolischen Invasion zerstörten Burgbastionen reparieren und zusätzlich zu den alten Bastionen neue bauen. Er ließ seine Inschrift auch auf dem großen Turm platzieren, der als "Löwenbastionen" bekannt ist und mit zwei Tierstatuen geschmückt ist.

Divriği Mengücek Kalesi, Divrigi

 

 

Inschrift von Melik Salih: Der höchste Punkt der Burg befindet sich auf einem 130 x 75 großen Stein am Löwenschild in schwacher dreizeiliger Schrift
(والدين عز ّ االسالم والمسلمين تاج الملك العالم العادل ... حسام الدولة)
ابو المويد ملك صالح بن ملك احمد شاه بن ملك سليمان شاه بن شاهنشاه نصير اميرالمؤمنين عزة عبانان سون
"وستمائة
Der Gelehrte und gerechte Melik, das scharfe Schwert des Staates und der Religion, die Ehre des Islam und der Muslime, die Krone des Mengucekogul, ist sehr mächtig, der Sohn von Şahinşahoğlu Süleymanşahs Sohn Ahmetşah - der erste Tag des Monats Shaban im Jahr 650 (7. Oktober 1252) befohlen “wird geschrieben. Obwohl es keine Reparaturinschrift gibt, wurde die Burg während der Zeit von Ahmetşahs Vater Süleymanşah II. (Rükneddin Suleyman Shah; Rum-Sultan (1196-1204); † 1204) erneuert.

Abaka Khan, der nach Anatolien kam, weil die Mamluk Sultan Baybars die mongolischen Soldaten in Elbistan besiegten, war über Erzincan nach Kemah und Divriği übergegangen. Als die Menschen hörten, dass die Mongolen kommen würden, begrüßten sie sie und gaben ihnen Essen und Proviant. Der Herrscher der Ilkhaniden war sehr zufrieden mit der Situation, als er die Stadt verließ, sah er eine der Bastionen der Burg mit Pfeil und Bogen demonstrieren und war sehr wütend. Daraufhin befahl er, die Mauern in der Burg Divriği abzureißen. Obwohl nicht bekannt ist, ob dieser Befehl erfüllt wurde oder nicht, wird angenommen, dass das Tor in der südwestlichen Ecke des Schlosses in dieser Zeit aufgehoben wurde.

Divriği Mengücek Kalesi, Divrigi

Obwohl Sivas und seine Umgebung nach den Ilkhanern Eratniern unterworfen waren, blieb Divriği in den Händen der Mamluken und wurde zu einer Grenzstadt zwischen diesen beiden Staaten. Die Burg wurde nach dem Mengücekliler viele Male repariert. Einige davon gehören zur Mamluk-Zeit:

Die Edikte von Sultan Çakmak und dem Herrscher Ebubekir stehen in einem 60 x 40 großen, gestickten 3-zeiligen Mittelbuchstaben auf einem Stein einige Meter links vom B-Tor auf dem äußeren Parament der Festung platziert:
ورد)؟ (المرسوم الشريف الملكي الظاهرى خلدهللا ملكه فى ايام المقر الشرف "
أبى بكر بن ملك الظاهرى عز ّ نصره بإبطال؟ عدل األديان بدوركي و
بالدها فىرابع عشر صفر سنة أربع وخمسين وثمانمائة
"Diese Wohnung wurde im Auftrag des edlen Malik al-Tahir gebaut ... während der Zeit von Melik Tahirs Sohn Abu Bakr. Sein Assistent ist Gott. (Er) ist der gerechte Sultan der Religionen ... diese Städte (?) 14 Safer 854 (29. März 1450).

Gegen Mitte des 15. Jahrhunderts war die Festung Divriği der nördliche Außenposten der ägyptischen Mamluk-Sultane. Ebu Bekr, der 1450 zum Regenten (Gouverneur) ernannt wurde, ließ Sultan Çakmaks Dekret über ein aufgehobenes Gesetz auf Stein schreiben, damit diejenigen, die nach damaliger Sitte ein- und ausgingen, es lesen und an die Seite des Schlosstors stellen konnten. Mamay Bey, der auch ein Mamluk-Regent war, versuchte, die Geheimdienstaktivitäten zwischen der osmanischen, der Safavid- und der Mamluk-Regierung von dieser Burg aus zu verfolgen, und sperrte die Spione ein, die er hier gefangen hatte.

Bevor der osmanische Sultan Yavuz Sultan Selim seinen ägyptischen Feldzug antrat, eroberten die Außenposten der Mamluken die Burgen Kemah und Divriği durch die Truppen. Die Nachricht von der Eroberung der Burg Divriği erreichte den Sultan am 15. Februar 921 (24. September 1515) in Edirne.

Süleyman Şah Camii Hisar- (Festungs-) Camii, Şahin Şah, Kale Camii, Divriği Mengücek Kalesi, Divrigi

Fünfzig Jahre nach dem Übergang der Burg zu den Osmanen im Jahre 1565 wurden der Militäroffizier Karayazıcı Abdülhalim, der in naher Zukunft der berühmte Celalî-Chef werden wird, und seine Anhänger in dieser Burg inhaftiert.

Divriği, der sich während der Feldzüge von Yıldırım Bayezid in der Region Ende des XIV. Jahrhunderts dem Osmanischen Reich anschloss, geriet 1526 mit dem Sieg von Mercidabık unter osmanische Herrschaft.

Diese militärischen Verteidigungsstrukturen, die ihre historischen Aufgaben erfüllten, wurden leider zu einem Steinbruch, der die Fundamente oder Mauern der in späteren Perioden errichteten Steingebäude bildete. Wie zu sehen ist, konnten sich diese Strukturen, die Städte in der Vergangenheit schützten, mit dem Ende der Belagerungsperioden nicht mehr schützen. Wir können den Verlauf der Zerstörung dieser Werke im Laufe der Zeit besser verfolgen als die Äußerungen der Reisenden in ihren Werken.

Ein großer Teil der Mauern der Burg, die vom Volk der Mengücek errichtet wurde, wurde aus natürlichen Gründen und feindlichen Invasionen zerstört. Die Vernachlässigung einer Burg, die von solcher Bedeutung ist, hat diejenigen verärgert, die sie sehen. Wir können die vergangene Situation dieser Arbeit besser sehen als die Erzählungen in den Reisebüchern der Reisenden oder die Gravurzeichnungen.

Kâtip Çâtip Çâtip, der 1635 nach Divriği kam, gibt in seinem "Cihannuma" Auskunft über die Provinz, gibt aber keine detaillierten Auskunft über die Burg.

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Im Jahr 1650 stellte Evliya Çelebi die Divriği-Burg wie folgt dar; Die Burg Divriği folgt den Burgen Van, Maku, Şin und Mardin. Es ist eine so dauerhafte Burg, dass sie nur durch Belagerung erobert werden kann. Ansonsten ist es nicht möglich, Abwasser, Wasser und Graben herzustellen. Es stellte sich heraus, dass es in der Burg einen Mangel gab Unabhängig davon gibt es eine Wasserstraße, die mit zweitausend geschnittenen Steintreppen von der Spitze des Burgfelsens zum Euphrat hinunterführt. So wie es einen anderen Weg gibt, um zum Wasser zu gehen, gibt es einen anderen Weg für diejenigen, die Wasser bringen. Die beiden Flüsse stehen sich gegenüber. Darüber hinaus gibt es Regenwasserzisternen, Weizenlager, dreihundert erdbedeckte Häuser und eine Moschee im Inneren der Burg. Sie hat ein Eisentor nach Westen und öffnet sich zur Unterstadt. Die Bastionen und Türme sind stark und schön.

Zum Leben in der Burg sagte man einmal: "Sie können kein Haus in der Burg kaufen, wenn es nicht geerbt wird!" es ist ein Privileg zu sagen; Diejenigen, die den Winter in ihren jahrhundertealten Häusern in der Burg verbrachten, waren die Erinnerungen ihrer alten Ältesten, die im Sommer in Weinberghäuser zogen. Das erste Phänomen, das diese Sonderstellung erschütterte, war die Abschaffung des Dynarismus und der Burgorganisationen in den Schlössern der inneren Region gegen 1830. Zuerst zogen Dizdar und andere Beamte, deren Häuser sich in der Burg befanden, um. Ihnen folgten nacheinander andere Familien. Einige Familien hatten ihre Erbstückhäuser noch einige Generationen nicht verlassen, und in den 1880er Jahren bauten sie die Türen und Sparren ihrer schlammgedeckten Lehmziegelhäuser ab und zogen die Treppe hinunter. Das Schloss Mengücek ist seitdem eine Heimat der Eulen und Reptilien.

Süleyman Şah Camii Hisar- (Festungs-) Camii, Şahin Şah, Kale Camii’nin (1180/1181)

Süleyman Şah Camii Hisar- (Festungs-) Camii, Şahin Şah, Kale Camii, Divriği Mengücek Kalesi, Divrigi

Der erste Herrscher von Divriği Mengücekleri (I.) Süleyman (1142? -1171?) Und sein Sohn Seyfeddin Şahin Şah (1171? - 1199) ließen die Moschee im Doruk errichten. Dieses Werk aus dem Jahr 1181 war einer der ersten Tempel, die im Anatolien des 12. Jahrhunderts für das Freitagsgebet geöffnet wurden. Der älteste Tempel erreichte das 21. Jahrhundert und bewahrte die Originalität der anatolisch-türkischen Moscheen. Im geblühten Kufi-Inschriftengürtel über der Kapa-Front: „Der Bau / die Restaurierung dieser heiligen Moschee wurde vom Emir, dem großen Befehlshaber, dem Schwert des Staates und der Religion, vielen Siegen, dem scharfen Schwert des Kalifen, Emir Ishak, dem Sohn von Süleyman Şahin Shah, befohlen. Jahr 576 (1180) “ist geschrieben. Unter dem persischen Bogen, der die Vorderseite der Tür schmückt, steht auf dem Schreibfries auf dem Türsturzstein "Der Hersteller ist Hasan, der Sohn von Firuz Meragali".

Süleyman Şah Camii Hisar- (Festungs-) Camii, Şahin Şah, Kale Camii, Divriği Mengücek Kalesi, Divrigi

 

 

 

 

 

Die 150 Jahre verlassene und in Trümmern verlassene Burgmoschee war ein sehr originelles und einzigartiges Denkmal. es musste mit Sorgfalt repariert werden. Es wurde nicht so gemacht, im Winter 2007-2008 wurde es schnell restauriert und unkenntlich gemacht. Heute gibt es eine andere Struktur anstelle der Moschee. Eine der "Restaurierungs" -Zerstörungen zu Beginn des 21. Jahrhunderts und zweifellos die wichtigste war das Schicksal von Divriği. Während die 850 Jahre alte Moschee angeblich restauriert wurde, verwandelte sie sich von ihrem Putz auf das Dach. Ein neuer Stil wurde mit Zement-, Zink-, Afyon-Marmor- und Plastikfarben gekleidet! Weder zentrale noch lokale Behörden, noch eine Universität, Nichtregierungsorganisationen oder unsere Experten haben auf diese Verantwortungslosigkeit geachtet.

Abendbrot im Taşbaşı restaurant sinan'ın yeri, Divrigi


Nach der Besichtigung der Burg fuhren wir zum Reifenservice und Kfz-Reparatur und -Wartungswerkstatt Gencay Oto, um die beiden beschädigten Vorderreifen zu wechseln, die sie uns besorgen wollten und sollten zu dieser Zeit bereits eingetroffen sein. Da dies ein wenig Zeit beanspruchen wird, lud uns ein Herr zum Abendbrot ein und fuhr mit uns in das Taşbaşı restaurant sinan'ın yeri.

Taşbaşı restaurant sinan'ın yeri, Divriği

Im Taşbaşı restaurant sinan'ın yeri war unser Gastgeber im angeschlossenen Hotel Divriği Belediyesi Oteli untergebracht und lud uns zu seinen bereits vorreservierten Tisch ein. Eine Reservierung war zu Corona-Zeiten nicht ansatzweise erforderlich, denn außer uns saßen ein paar junge Männer weit von uns entfernt an einem Tisch.

Als Erstes waren wir über die herrliche Lage begeistert. Von der Terrasse hatten wir einen herrlichen Blick auf die Burgen Mengücek und Kesdoğan - dazwischen das Tal des Flusses Çaltı. Das Essen war reichlich und schmackhaft - das Personal war sehr aufmerksam - herzlichen Dank für den hervorragenden Service.

Da mittlerweile der Reifenwechsel abgeschlossen war, wurde uns unser Auto von der Werkstatt vor diesem Restaurant abgestellt - ein Service, für den wir sehr dankbar waren. Von hier aus beendeten wir den Tag im Divriği Köşk Otel.

Divriği Köşk Otel

Das Divriği Köşk Otel zählt mit einem hervorragenden Preis-Leitungsverhältnis und der Qualität der Betten zu den Besten während unserer vierwöchigen Rundreise. Die Zimmer waren sehr sauber und hatten eine gute Ausstattung - sogar ein Kühlschrank fehlte nicht. Optimal wäre gewesen, wenn am Bett ein Leselicht gewesen wäre und ein Wasserkocher zur Verfügung gestanden hätte, denn wir als deutsche Kaffeetrinker genießen gern bei Ankunft eine Tasse löslichen Kaffee, den wir ständig im Reisegepäck haben. Selbst die gegenüberliegende Moschee Tozkaldıran Cami empfanden wir nicht als Nicht-Moslems störend. Das Team war sehr freundlich und hilfsbereit - das abwechslungsreiche Frühstück reichlich und schmackhaft - vielen Dank für den Aufenthalt.


Fortsetzung im Teil 61: Reisebericht Darende (Divriği, Gürün, Arslantaş, Darende)


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Heute: 556 hochauflösende georeferenzierte Fotos 4176x 2784 bei 300dpi (falls an Fotos von einzelnen Sehenswürdigkeiten Interesse besteht - einfach melden; Die hier veröffentlichen Fotos wurden für das Internet verkleinert und optimiert.


Reisebericht Nordzypern 2014