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Reisebericht über eine zweiwöchige private Urlaubsreise durch Armenien - Herbst 2018

Kurz-Übersicht der Rundreise Armenien im  Reisebericht Armenien

Rundreise Teil 1: Reisebericht Chor Virap (Chor Virap, Norawank)
Rundreise Teil 2: Reisebericht Chndsoresk (Goris, Chndsoresk)
Rundreise Teil 3: Reisebericht Tatew (Goris, Tatew)
Rundreise Teil 4: Reisebericht Sewanawank (Selim, Noraduz, Sewanawank, Dilidschan)
Rundreise Teil 5: Reisebericht Dilidschan (Dilidschan, Gosh)
Rundreise Teil 6: Reisebericht Kloster Sanahin und Haghpat (Dilidschan, Haghpat / Sanahin Kloster)
Rundreise Teil 7: Reisebericht Gyumri (Spitak, Gyumri, Harich)
Rundreise Teil 8: Reisebericht Amberd (Hrasdan, Bjni, Saghmosavank, Ohanavan, Amberd)
Rundreise Teil 9: Reisebericht Etschmiadsin (Jerewan, Etschmiadsin, Swartnoz)
Rundreise Teil 10: Reisebericht Geghard (Jerewan, Garni, Geghard)
Rundreise Teil 11: Reisebericht Jerewan (Jerewan)
Rundreise Teil 12: Reisebericht Eriwan (Eriwan, ...)

weitere Sehenswürdigkeiten Armeniens

Koordinatenliste zur Rundreise


Teil 10: Jerewan, Garni, Geghard

 

11. Tag - Dienstag, xx.10.2018

Fahrt von Jerewan nach Garni, Geghard und zurück (ca. 81 km - Route)

Heute standen die mit am meisten besichtigten Sehenswürdigkeiten des Landes auf dem Programm - der Sonnentempel von Garni und das Höhlenkloster Geghard. Vom Apartment in Nor-Nork aus fuhren wir auf der Regionalstraße H3 durch die Ausläufer des Gebirges Gegham in Richtung Garni. Ab dem Dorf Jrvez führte eine breite Straße nach Voghjaberd Ողջաբերդ.

Arch of Charents,Voghjaberd

Arch of Charents

Unmittelbar am Ortseingsang befindet sich auf der rechten Seite der Torbogen Charents Arch des berühmten Architekten Rafayel Israyelyan aus dem Jahr 1957. Diesen Stopp sollte man unbedingt einplanen, denn man hat hier einen herrlichen Blick auf den Berg Ararat (Մասիս / Արարատ / Masis) sowie über die Ararat Ebene. Es scheint, dass der Berg Ararat nicht mit dem Boden verbunden ist, sondern vom Himmel herabhängt. Es ist ein wahres Wunder.

Der Arch of Charents wurde zu Ehren des armenischen Dichters Eghishe Charents benannt, der für Armenien herrliche Gedichte voll von wahrer Liebe und Stolz schrieb. Er besuchte häufig diesen Ort. Auf dem Bogen sind folgenden Zeilen von Eghishe Charents festgehalten: "Bereisen Sie die ganze Welt mit ihren Bergen, an die Schönheit des Masis reicht keiner"

Höhlengräber von Voghjaberd (Foto aus der Ferne!)

An der Ostseite des Dorfes Voghjaberd ist eine Höhlenanlage sichtbar, die im Mittelalter als Höhlengräber genutzt wurden. Aus Zeitgründen machten wir von der Regionalstaße H3 nur einige Fotos und fuhren weiter Richtung Garni.

Garni liegt unmittelbar vor der Basaltschlucht von Awan, deren tiefen Einschnitte in millionen Jahren durch den Fluss Azat geprägt wurden.

Pagan-Tempel GarniMithras-Tempel von Garni / Festung Garni

Die Festung von Garni liegt am Rande einer Klippe in der Nähe des Dorfes Garni im Zentrum von Armeniens Kotayk-Provinz. Erbaut im 1. Jh. N. Chr. Von König Tiridates I, der Tempel in der Festung vor der Ausbreitung des Christentums in Armenien und soll für einen Sonnengott in der armenischen Mythologie gebaut worden sein.
Viele heidnische Tempel wurden zerstört, als König Tiridates III das Christentum die offizielle Staatsreligion erklärte, aber Garni ist einer der wenigen, die überlebt haben. Heute steht es als Symbol des armenischen Neopaganismus und erhält jährlich mehr als 136.000 Besucher und ist damit einer der beliebtesten Sehenswürdigkeiten Armeniens.

Die Stadt Garni war über viele Jahrhunderte im Sommer Residenzstadt der armenischen Könige der Orontiden und Artaxiden. Erst in den letzten Jahrhundert wurden zahlreiche historische Stätten der Festung Garni freigelegt. Im 1. Jahrhundert ließ Tiridates I. (Տրդատ, Tīridāt, Τιριδάτης), ab 53 AD König von Armenien und dem Gründer der Arsacid Dynastie Armeniens, auf den Areal der Festung den hellenistischen Mithras-Tempel errichten. Der Tempel mit 24 ionischen Säulen wurde während eines Erdbebens im Jahr 1679 zerstört. Vor erst 50 Jahren wurde hellenistischen Tempel aus Basalt-Stelen mit den Originalsteinen in alter Schönheit wieder hergestellt. Man fühlt sich im ersten Moment, als ob man in Griechenland ist und nicht in Armenien.

Bereits dreitausend Jahre vor Christus Geburt (AC) gab es erste Besiedlungen in der Schleife von Azat. Der König Argišti I. (Argištiše, Argischtis) des "Urartäische Reiches" (Urarṭu) eroberte in seiner Regierungszeit 785 bis 753 AC diese Region.

So wurde ein zweigeschössigen Sommerpalast mit gut erhaltenem Mosaikfußboden, ein römisches Badehaus sowie eine antike Kirche aus dem Jahr 897 in blau-schwarzem Basalt und ein Friedhof bei Ausgrabungen freigelegt. Das besterhaltene und bekannteste Gebäude ist jedoch der graeco-römischer Mithras-Tempel. Eine sehr interessante Begleitinschrift wurde in Koine ( überregionale Gemeinsprache des Hellenismus) entdeckt: ΜΗΔΕΝ ΛΑΒΟΝΤΕΣ ΗΡΓΑΣΑΜΕΘΑ - wir arbeiteten ohne etwas dafür zu erhalten. Die Festung Garni mit Spuren aus dem Neolithikum (Jungsteinzeit von 12000 bis 5500 CD), Bronze- und Eisenzeit und dem Mittelalter war von einem Befestigungsring von 314 m und mehreren rechteckigen Türmen und einem antike Eingangstor umgeben, wobei einzelne Gesteinsbrocken bis 6 Tonnen wogen.

Der Peripteraltempel, der entgegen anderen griechisch-römischen Tempeln aus Basalt besteht und vermutlich die Eingliederung Armeniens in das Römische Reichs symolisieren sollte, wurde wahrscheinlich dem Gott Mihr geweiht.

Noch nicht sind alle Ruinen freigelegt. Es wir vermutet, dass nach der Bekehrung Armeniens zum Christentum innerhalb der Festung ein Palast eines Katholikos und mehrere Kirchen errichtet wurden.
http://www.burgenwelt.org/armenien/garni/object.php

Nach einen Besichtigungsstopp von etwa einer Stunde ging die Fahrt wieder zurück in den Ort Garni und folgten der ausgeschilderten H3 in das etwas über 10 km entfernte Höhlenkloster Geghard, den berühmtesten religiösen Denkmal Armeniens, welches zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt.

Havuç Tar-Kloster-Komplex / Havuts Tar Monastery & Church

Havuts Tar Monastery

Am Ortsausgang von Garni und Ortseingang von Goght sieht man in etwa 1000m Entfernung auf den Hügeln des oberen Dorfes Goght (rechten Seite, hinter den Fluß Azat) die Kirchen- und Klosterruine Havuts Tar. Der Zugang zum Kloster ist nur vom Eingang des Khosrov Reservats (40.116124, 44.748562) aus über dem Pfad Havuts Tar Trail (2,2 km / 40 Gehminuten) möglich.

Die Klosteranlage besteht aus zwei Orten in einer Entfernung von etwa 150 m. Die rechteckige Hauptkirchenruine in der östlichen, ummauerten, halb zerstörten Klosteranlage aus dem aus dem 11. bis 13. Jahrhundert ist innen in Kreuzform errichtet worden. Nach der Zerstörung durch ein großes Erdbeben 1679 wurde es im 17. Jahrhundert von dem damaligen Katholikos wieder aufgebaut.

Die westliche St. Amenaprkiche aus den 10. Jahrhundert ist etwa 150m von der östlichen Klosteranlage entfernt, wurde 1013 von Once Again Grigor Magistros umgebaut und in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts (1721) rekonstruiert.

Weitere Informationen zum Kloster sind unter garnigeghard.com beschrieben.

Stepanos monastery / Aghjots vank

 

Stepanos monastery / Aghjots vank

Etwa 4 km weiter südöstlich und ebenfalls 4km südlich Geghard befindet sich die Klosterruinen vom Stepanos monastery / Kloster Aghjots vank aus den 13. Jahrhundert. Auch hierhin führt keine Straße und ist nur per Pfad zu erreichen. Die Kirche, welche durch Prinz Grigor Khaghbakian und Ivane Zakarian finanziert ist aus dem Jahr 1270. Sie enthält im Gavit viele Inschriften. Im Norden ist eine kleine Kapelle aus dem Jahr 1270 mit einem Portal mit St. Peter und Paul. Das Kloster wurde 1603 verlassen, später restauriert , wieder geplündert und in den muslimisch-christlichen Auseinandersetzungen im Jahr 1905/06 vollständig zerstört.

Kloster Geghard

 

 

 

 

 

 

Höhlenkloster Geghard (UNESCO-Welterbe)

Weltkulturerbe Höhlenkloster GeghardWir fuhren noch nach dem Ortsausgang von Goght 2,4 km auf der Geghard Monastery Road bergauf, bevor wir eines der schönsten Klöster im Kaukasus, das mittelalterliche Höhlenkloster Geghard, erreichten. Die Ortschaft Geghard liegt etwa 2 km nordwestlich des Klosters.

Nordöstlich von Garni ist das Kloster von Geghard. Ein Unesco-Weltkulturerbe, wurde das Kloster erstmals im 4. Jahrhundert von Gregory der Illuminator nach der Christianisierung von Armenien gegründet, aber andere Strukturen im komplexen Datum bis ins 13. Jahrhundert. Zuvor genannt Airivank, oder "Höhlenkloster", einige von Geghards Kammern erstrecken sich in den angrenzenden Berg und geben ihnen einen kavernenhaften Blick.

Die Besonderheit ist, dass es Räume hat, die in Fels gehauen worden sowie die Nuitzung der natürlichen Höhlen - vergleichbar wie in Kappadokien.

An einer heidnischen Quelle wurde im 4. Jahrhundert n. Chr. das Kloster vom Patron der Armenischen Apostolischen Kirche, dem Heiligen Gregor gegründet. Im 9. Jahrhundert wurde das Kloster von den Arabern zerstört und 1215 wieder aufgebaut. 

Nach der Legende wurde das Kloster Geghard (was bedeutet "Speer" in Armenisch) um diese Zeit, als der Speer, der angeblich Jesus Christus am Kreuz durchbohrt wurde, an die Stelle gebracht wurde. Es soll 500 Jahre lang in Geghard gehalten worden sein, bevor es in die Etchmiadzin-Kathedrale in Vagharshapat gebracht wird, wo es heute noch zu sehen ist.

Der Name des Klosters wurde von Geghardavank abgeleitet, was "Kloster zur Heiligen Lanze" bedeutet, die Lanze, die Apostel Thaddäus mit nach Armenien gebracht haben soll. Diese Reliquie wird in Etschmiadsin aufbewahrt. Wie in gesamt Armenien verbreitet, sind auch hier zahlreiche kunstvoll behauene Gedächtnissteine - die Chatschkar anzutreffen.

Abendessen und Übernachtung in Jerewan in Nor-Nork.


Foto: Z galstyan und Vigen Hakhverdyan (Own work) [CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0) or GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html)], via Wikimedia Commons


Heute: xxx hochauflösende georeferenzierte Fotos 4288x 2848 bei 300dpi (falls an Fotos von einzelnen Sehenswürdigkeiten Interesse besteht - einfach melden; Die hier veröffentlichen Fotos wurden für das Internet verkleinert und optimiert)


Fortsetzung im Teil 11:  Reisebericht Jerewan (Jerewan)


  Reisebericht Nordzypern 2014 sowie nach Zypern (westlicher griechischer Teil) 2015 * * Rundreise Lanzarote 2015